
NARGAROTH, das alleinige Schaffen von Rene „Ash“ Wagner, hat seit 1996 die deutsche Black-Metal-Landschaft geprägt. Mit „Apocalyptic Steel“ legt Ash ein Werk vor, das nicht nur die rohe Essenz von NARGAROTH einfängt, sondern auch die fast drei Jahrzehnte währende Erfahrung in kompromisslosem, deutschem Black Metal spürbar macht. Das Album erzählt seine Geschichte in neun ungestümen Tracks, die direkt, schmutzig und ohne jegliche Verzierung daherkommen. „Apocalyptic Steel“ ist kein Relikt vergangener Tage – obwohl es ursprünglich 2014 in einem einzigen Wochenende bei Trident Studios in Pacheco, Kalifornien, aufgenommen wurde und lange auf einer Festplatte in den USA ruhte, bevor „Era of Threnody“ Vorrang hatte. Erst Jahre später wurden die Aufnahmen wiederentdeckt: Schlagzeug neu eingespielt in Las Vegas, Gesang und Mixing abgeschlossen im AMP Studio in Duisburg, und nun, zwölf Jahre nach den ersten Sessions, erscheint das Album endlich. Die Kompositionen sind geprägt von der brutalen Direktheit klassischer Metal-Ikonen wie Judas Priest, Accept, Deicide und Obituary. Vom räuberischen Drohpotenzial eines „Twisted Steel“ über den namensgebenden Kampfruf „Metalheart“, bis hin zu „Dresden“, das mit unerschütterlicher historischer Schwere aufwartet, bleibt kein Moment ungenutzt. Doch der emotionale Höhepunkt ist zweifellos „Requiem Germania“: Ein Track voller sehnsüchtiger deutscher Melancholie, der gleichzeitig hymnisch und ergreifend daherkommt, ein Manifest der nationalen Erinnerung, das sowohl die rohe Gewalt als auch die nachdenkliche Tiefe von NARGAROTH bündelt.
Die Produktion unterstützt diese raue Authentizität: Instrumente wurden in einem intensiven Wochenend-Marathon aufgenommen, das Schlagzeug später mit Präzision in Las Vegas neu eingespielt. Der Gesang und das finale Mixing im AMP Studio verleihen dem Album trotz seiner ungestümen Natur eine klare Struktur, ohne jemals poliert oder künstlich zu wirken. Das Artwork von Felipe Mora, Anne-Kristin G. und Jenglot Hitam ergänzt die Musik perfekt, indem es klassische Metal-Ästhetik ehrt und gleichzeitig eine eigene, dunkle Handschrift trägt. Mit einer Gesamtspielzeit von knapp 40 Minuten ist Apocalyptic Steel kompakt, direkt und unnachgiebig. Es ist ein Werk, das keine Beweise liefern muss, kein Feuerwerk der Technik und keine überflüssigen Effekte benötigt – es spricht durch seine pure Energie, seine kompromisslose Härte und die ungestüme Leidenschaft dahinter.
„Apocalyptic Steel“ ist trotz seiner langen Schubladen-Pause ein erfrischendes Black-Metal-Werk. Es ist roh, ungestüm und zugleich zutiefst emotional, und insbesondere „Requiem Germania“ zeigt, dass NARGAROTH mehr als nur eine historische Referenz ist. Es ist ein lebendiges, dunkles Monument deutscher Black-Metal-Kunst. Das Album erscheint im Juni 2026 in verschiedenen Formaten bei Season of Mist Underground Activists.
Tracklist:
Intro (00:34)
Steel Apocalypse (03:58)
Twisted Steel (03:37)
I Drink Alone (04:26)
Metalheart (04:17)
Dresden (04:21)
Shelter the Faithless (06:27)
Man of Mayhem (06:15)
Requiem Germania (05:10)














