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Review: MAYHEM – Liturgy of Death (2026)

Mit „Liturgy of Death“ beweisen MAYHEM erneut, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Das Album ist sauber produziert, die Instrumente sitzen präzise, und die Songs bewegen sich sicher im vertrauten Black-Metal-Terrain der Band. Riffs, Blastbeats und eine düstere Grundstimmung sind reichlich vorhanden – musikalisch ist „Liturgy of Death“ absolut okay, stellenweise sogar überzeugend.

Doch genau hier beginnt auch das Problem.

Blickt man zurück in die frühen 90er, insbesondere auf „De Mysteriis Dom Sathanas“, wird deutlich, was dem neuen Album fehlt. Damals war MAYHEM mehr als nur Musik: Die Band stand für Chaos, Gefahr und eine reale Grenzüberschreitung. Der Sound war roh, ungeschliffen und von einer nihilistischen Energie getragen, die nicht gespielt wirkte, sondern gelebt. Diese Ära war geprägt von einem Spirit, der Black Metal als existenziellen Ausdruck verstand – nicht als reproduzierbares Genre. „Liturgy of Death“ hingegen wirkt kontrolliert und berechnend. Die Dunkelheit ist vorhanden, doch sie fühlt sich inszeniert an. Wo früher Wahnsinn und ideologische Radikalität mitschwebten, hört man heute Professionalität und Routine. Attila Csihars markanter Gesang sorgt zwar weiterhin für Atmosphäre, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der innere Zwang, der die Musik der 90er antrieb, fehlt. Der Spirit der 90er ist auf „Liturgy of Death“ nicht mehr spürbar. Nicht der Skandal oder die Gewalt fehlen – sondern das Gefühl von echter Dringlichkeit, von Musik, die aus einem inneren Abgrund heraus entsteht. Stattdessen präsentiert sich ein Album, das seine eigene Vergangenheit kennt und zitiert, ohne sie emotional zu erreichen.

Unterm Strich ist „Liturgy of Death“ solider Black Metal einer legendären Band, aber keine Offenbarung. MAYHEM funktionieren musikalisch weiterhin gut, jedoch der Mythos lebt heute stärker von der Vergangenheit als von der Gegenwart.


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