Tonträger Review
-
Review: HECATE ENTHRONED – The Corpse of a Titan, A Lament…
Mit „The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried“ liefern HECATE ENTHRONED ein Album ab, das wie eine triumphale Rückkehr zu den glorreichen Tagen der Neunziger wirkt. Die Band besinnt sich auf jene Stärken, die Klassiker wie „The Slaughter of Innocence“, „a Requiem for the Mighty“ und „Dark Requiems…“ ausgezeichnet haben, ohne dabei altbacken oder nostalgisch zu klingen. Vielmehr entsteht der Eindruck, als hätten HECATE ENTHRONED ihre eigene Vergangenheit neu entdeckt und in ein modernes, majestätisches Gewand gekleidet. Von der ersten bis zur letzten Minute entfaltet das Album eine…
-
Review: HAGZISSA – Revelry of a Maltreated Jade
Mit „Revelry of a Maltreated“ Jade präsentieren die österreichischen Black-Metaller Hagzissa eine EP, die keine Kompromisse kennt. In gut dreizehn Minuten entfesselt die Band einen düsteren Strudel aus okkulter Atmosphäre, aggressivem Thrash Metal und pechschwarzem Black Metal. Das Ergebnis ist eine Veröffentlichung, die den Hörer fordert und weit entfernt von leicht konsumierbarer Extremmusik liegt. Von Beginn an herrscht eine beinahe kriegerische Stimmung. Die Riffs peitschen unaufhaltsam nach vorne, während die Songs eine rohe und ungezähmte Energie entwickeln. Dabei setzen Hagzissa weniger auf melancholische oder depressive Elemente, wie sie im Black…
-
Review: AINZAMKEIT – Fluch des Nachzehrers (2026)
Mit „Fluch des Nachzehrers“ erschafft AINZAMKEIT ein atmosphärisches Black Metal Album, das gleichermaßen finster, mitreißend und überraschend eingängig wirkt. Veröffentlicht über Purity Through Fire verbindet das norddeutsche Projekt rohe Melancholie mit einer epischen Wucht, die sich tief in den Songs entfaltet. Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass „Fluch des Nachzehrers“ nicht nur auf kalte Raserei setzt. Zwischen treibenden Passagen und dichten Gitarrenwänden öffnen sich immer wieder monumentale Momente, die dem Album beinahe epochalen Charakter verleihen. Die Atmosphäre wirkt dabei nie künstlich oder überladen, sondern entsteht ganz natürlich aus dem…
-
Review: TEUFELSBERG – Ignivore EP (2026)
Mit der neuen EP „Ignivore“ liefern TEUFELSBERG ein kompromissloses Statement ab, das tief im Geist des Black Metals der neunziger Jahre verwurzelt ist. Die Veröffentlichung erscheint über Under The Sign Of Garazel Productions und passt perfekt zum düsteren und rohen Klangbild der Band. TEUFELSBERG setzen auf rohe Atmosphäre, brutale Riffs und eine Dunkelheit, die fernab jeder modernen Hochglanzproduktion existiert. Der Einfluss von Mgła ist spürbar, doch die Band klingt deutlich dreckiger und ungezügelter. Genau das macht „Ignivore“ so stark. Die Gitarren walzen mit roher Gewalt durch die Songs, das Schlagzeug…
-
Review: MOONLIGHT`S EMPATHY – Stalwart Servants of Satan (2026)
Mit „Stalwart Servants of Satan“ liefern MOONLIGHT`S EMPATHY ein beeindruckendes Debüt ab, das tief in den Wurzeln des klassischen, symphonisch angehauchten Black Metal verankert ist. Schon die ersten Klänge von „When There’s No Semblance Of The Holy“ ziehen den Hörer in einen dichten, nebelverhangenen Klangkosmos, der gleichermaßen roh wie atmosphärisch wirkt. Die Stärke dieses Demos liegt vor allem in seiner konsequenten Stimmung: eine düstere, fast schon epische Reise durch mittelalterliche Kriegslandschaften und okkulte Visionen. Die symphonischen Elemente werden dabei nie aufdringlich, sondern fügen sich organisch in das harsche Fundament aus…
-
Review: OPERA IX – Veneficium (2026)
Nach beinahe vier Jahrzehnten Existenz erscheint mit „Veneficium“ ein Werk, das sich weniger wie ein weiteres Kapitel in der Diskografie von Opera IX anfühlt, sondern vielmehr wie eine Verdichtung all jener Elemente, die diese Band seit 1988 zu einer singulären Erscheinung innerhalb des Black Metal gemacht haben. In einer Szene, die sich stetig neu definiert, bleibt OPERA IX eine Konstante, nicht im Sinne von Stillstand, sondern als eine eigenwillige Kraft, die sich ihrer eigenen inneren Logik verpflichtet fühlt. Schon der Titeltrack, der zugleich als erste Vorabveröffentlichung dient, macht deutlich, wohin…
-
Review: NARGAROTH – Apocalyptic Steel (2026)
NARGAROTH, das alleinige Schaffen von Rene „Ash“ Wagner, hat seit 1996 die deutsche Black-Metal-Landschaft geprägt. Mit „Apocalyptic Steel“ legt Ash ein Werk vor, das nicht nur die rohe Essenz von NARGAROTH einfängt, sondern auch die fast drei Jahrzehnte währende Erfahrung in kompromisslosem, deutschem Black Metal spürbar macht. Das Album erzählt seine Geschichte in neun ungestümen Tracks, die direkt, schmutzig und ohne jegliche Verzierung daherkommen. „Apocalyptic Steel“ ist kein Relikt vergangener Tage – obwohl es ursprünglich 2014 in einem einzigen Wochenende bei Trident Studios in Pacheco, Kalifornien, aufgenommen wurde und lange…
-
Review: MAYHEM – Liturgy of Death (2026)
Mit „Liturgy of Death“ beweisen MAYHEM erneut, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Das Album ist sauber produziert, die Instrumente sitzen präzise, und die Songs bewegen sich sicher im vertrauten Black-Metal-Terrain der Band. Riffs, Blastbeats und eine düstere Grundstimmung sind reichlich vorhanden – musikalisch ist „Liturgy of Death“ absolut okay, stellenweise sogar überzeugend. Doch genau hier beginnt auch das Problem. Blickt man zurück in die frühen 90er, insbesondere auf „De Mysteriis Dom Sathanas“, wird deutlich, was dem neuen Album fehlt. Damals war MAYHEM mehr als nur Musik: Die Band stand für…
-
Review: TYRANNI – Dränkt av Livets Sekret (2024)
Mit „Dränkt av Livets Sekret“ offenbart TYRANNI eine Seite des schwedischen Black Metal, die weniger auf rohe Aggression als auf innere Zerrissenheit, existenzielle Schwere und emotionale Tiefe setzt. Das Album wirkt wie ein stiller Monolog – verzweifelt, introspektiv und zugleich von einer eigenartigen Würde getragen. TYRANNI ist ein Projekt aus Schweden, das stilistisch klar im traditionellen, nordisch geprägten Black Metal verankert ist, sich jedoch konsequent von bloßer Nostalgie löst. Statt Ideologien oder äußerer Provokation stehen hier menschliche Abgründe, Vergänglichkeit und das Ringen mit dem eigenen Dasein im Mittelpunkt. Der Albumtitel…
-
Review: MUVITIUM – I Skogens Karga Dunkel (2024)
Mit „I Skogens Karga Dunkel“ legt MUVITIUM ein Werk vor, das weniger Album im klassischen Sinn als vielmehr ein geschlossenes Stimmungsbild ist. Veröffentlicht 2024, bewegt sich dieses rund 40-minütige Werk zwischen EP und Langspieler und markiert eine Phase, in der das Projekt seine ästhetischen und emotionalen Kernthemen besonders konsequent ausarbeitet. MUVITIUM ist ein schwedisches One-Man-Projekt, das tief in der Tradition des nordischen, melancholischen Black Metal verwurzelt ist. Anders als viele moderne Produktionen setzt Muvitium nicht auf technische Perfektion oder zeitgemäße Glätte, sondern auf Atmosphäre, Wiederholung und innere Geschlossenheit. Naturmystik, Einsamkeit,…










