
Das zweite Vollalbum ist ein eindrucksvolles Statement und zeigt sehr klar, warum dieses Projekt inzwischen zu den relevanten Namen im okkulten Black Metal zählt. Die Band, ein internationales Duo mit Wurzeln in der europäischen Underground-Szene, besteht aus Musikern, die bereits in zahlreichen anderen Projekten aktiv waren und genau wissen, wie Black Metal jenseits bloßer Aggression funktionieren kann. Nach mehreren EPs und dem Debütalbum Ascending Into Perdition ist We Are Him nun das zweite Full-Length-Album von DARVAZA und wirkt deutlich fokussierter, geschlossener und selbstbewusster.
Veröffentlicht bei Terratur Possessions, trägt das Album genau jene Handschrift, die man mit dem Label verbindet: kompromisslos, düster, spirituell aufgeladen. Vom ersten Moment an entfaltet sich eine dichte, fast rituelle Atmosphäre, die sich konsequent durch die gesamte Spielzeit zieht. Die Musik ist roh, aber niemals chaotisch; aggressiv, ohne stumpf zu wirken. Statt reiner Raserei setzen DARVAZA auf klare Strukturen, eindringliche Riffs und ein variables Tempo, das zwischen wütendem Vorwärtsdrang und schwerer, hypnotischer Bedrohung pendelt. Die Produktion ist dabei ein großer Pluspunkt: klar genug, um jedes Detail hörbar zu machen, aber rau und organisch genug, um die nötige Dunkelheit zu bewahren. Nichts klingt überpoliert oder künstlich – We Are Him lebt von seiner Direktheit und seiner Ernsthaftigkeit. Die Vocals wirken wie eine Beschwörung, während die Gitarrenarbeit immer wieder Melodien freilegt, die sich langsam festsetzen und lange nachhallen. Was dieses Album besonders stark macht, ist seine Geschlossenheit. Es gibt keine überflüssigen Songs, keine Längen, kein Material, das nur als Übergang dient. Jeder Track scheint Teil eines größeren Ganzen zu sein, als würde das Album einem einzigen dunklen Gedanken folgen. Thematisch und musikalisch wirkt We Are Him wie ein bewusst gesetzter Schritt weiter weg vom Debüt – weniger suchend, mehr bestimmend.
Unterm Strich ist We Are Him genau das, was man sich von DARVAZA und von einer Veröffentlichung auf Terratur Possessions erhofft: intensiver, ernsthafter Black Metal mit Substanz, Atmosphäre und Überzeugung. Kein modernes Blendwerk, sondern eine Platte, die aus innerer Notwendigkeit entstanden wirkt. Dunkel, kraftvoll, geschlossen – und wirklich sehr geil.














