Review: HECATE ENTHRONED – The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried

Mit „The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried“ liefern HECATE ENTHRONED ein Album ab, das wie eine triumphale Rückkehr zu den glorreichen Tagen der Neunziger wirkt. Die Band besinnt sich auf jene Stärken, die Klassiker wie „The Slaughter of Innocence“, „a Requiem for the Mighty“ und „Dark Requiems…“ ausgezeichnet haben, ohne dabei altbacken oder nostalgisch zu klingen. Vielmehr entsteht der Eindruck, als hätten HECATE ENTHRONED ihre eigene Vergangenheit neu entdeckt und in ein modernes, majestätisches Gewand gekleidet.

Von der ersten bis zur letzten Minute entfaltet das Album eine gewaltige Atmosphäre, die den Hörer förmlich in ihre Welt aus uralten Legenden, düsteren Mythen und epischen Landschaften hineinzieht. Die Songs wirken lebendig, entwickeln sich ständig weiter und vermeiden konsequent jede Form von Einheitsbrei. Hier folgt keine Passage einfach der nächsten, sondern jede Komposition erzählt ihre eigene Geschichte und überrascht mit neuen Facetten. Besonders beeindruckend präsentiert sich Joe Stamps am Mikrofon. Seine Gesangsleistung gehört ohne Zweifel zu den größten Stärken der Platte. Schrille Black Metal Schreie, tiefe Growls und markerschütternde Ausbrüche wechseln sich ab und verleihen den Stücken eine enorme Dynamik. Seine Variabilität sorgt dafür, dass die ohnehin starken Songs noch intensiver wirken und jederzeit spannend bleiben. Mehrfach wird gerade diese Vielfalt der Vocals als herausragendes Merkmal des Albums hervorgehoben.

Ein weiteres Highlight sind die Keyboardklänge. Sie schweben oft nur ganz zart durch die Kompositionen, setzen feine Akzente und erschaffen eine fast verträumte Kulisse. Gerade diese Zurückhaltung macht ihren Reiz aus. Denn im direkten Kontrast dazu entfaltet die Band eine ungeheure Brutalität. Rasende Blastbeats, schneidende Gitarren und finstere Riffs brechen immer wieder über den Hörer herein. Aus dieser Verbindung von Zerbrechlichkeit und Aggression entsteht jene majestätische Wirkung, die das gesamte Album prägt. Auch das Songwriting überzeugt auf ganzer Linie. Die langen Stücke besitzen zahlreiche Wendungen, ohne sich zu verlieren. Atmosphärische Passagen, orchestrale Momente und erbarmungslose Attacken greifen perfekt ineinander. Das Album atmet den Geist des klassischen Symphonic Black Metal und wirkt dennoch frisch und kraftvoll.

„The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried“ ist ein eindrucksvolles Statement einer Band, die auch nach Jahrzehnten noch genau weiß, wie man große Musik erschafft. Majestätisch, atmosphärisch und brutal zugleich. Ein Werk zum Eintauchen, Entdecken und immer wieder Hören. Für Fans der klassischen Hecate Enthroned Ära dürfte dieses Album zu den stärksten Veröffentlichungen der Band seit vielen Jahren gehören.


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