Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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31.03.2018 HYMNS TO LEMEGETON TOUR 2018

 

Der Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag wird von Veranstaltern gerne genutzt. So auch im Jahr 2018 – von Hessen bis Prag über Erfurt, Jena, Zwickau, Dresden und Erzgebirge waren diverse Metal Konzerte angekündigt. Wir haben uns für das „From Hell“ in Erfurt entschieden. 6 Bands spielten an diesem Samstag auf. Mit dabei INFERNO (Tschechien), THE STONE (Serbien), IXXI (Black Metal), NARBELETH (Kuba), INFAUST (Deutschland) und ASARHADDON (Deutschland).

 

Den Anfang machten 18.00 Uhr ASARHADDON. Die Band besteht seit 2015 und hat eine EP und zwei Singles veröffentlicht. Ich selber habe noch nichts von der Band gehört. Ohne großes Anfangsspektakel kreischt die, in der Mitte stehende Sängerin Anna, ins Micro. Die Atmosphäre ist dicht und der Sound gut. ASARHADDON sind an diesem Abend deutlich besser als auf ihren Tonträgern. Die Gitarrenverläufe haben mir gut gefallen, allerdings ist der Funke einfach nicht übergesprungen, zumindest bei mir.

 

 

 

 

 

 

Ganz anders ist es bei den Thüringer Ikonen INFAUST. Was für ein feines Gemetzel im Midtempo. Mehr kann dazu nicht sagen. Sauber gespielt, majestätische Atmosphäre und bei der man das Gefühl hat, der Abgrund öffnet sich und man wird hineingezogen. Unfassbar, welche Auswirkungen Psycho`s Aggressivitätslevel auf die Authentizität seiner Songs an diesem Abend hat. Ein besondere Bestandteil von INFAUST ist der deutlich hörbare Bass, welcher großartig gespielt wurde. In diesem Zusammenhang ist natürlich wieder der unglaublich Gute Sound zu erwähnen.  Wie sie gekommen waren, ohne große Worte, verlassen INFAUST irgendwann die Bühne und hinterlassen ihre Fans Großteils sprachlos. Man hat nach diesem Gig das Gefühl, dass alle anderen Bands kaum mehr als Dilettanten sind, was das Vermitteln von wahrhaft emotionalen Botschaften und so akkurat wie leidenschaftlich gespieltem Black Metal betrifft.

 

 

 

 

 

 

Als nächstes macht sich das Duo NARBELETH aus Kuba fertig. Der Black Metal, den sie spielen, ist zwar alles andere als neu, jedoch präsentieren sie ihn so kraftvoll, energiegeladen und vor allem gut gelaunt, dass das Publikum von der ersten Sekunde an seine Begeisterung in Form von lautem Jubel und Applaus kundtut. Zwar wirkt das sich kein bisschen verändernde musikalische Konzept über eine Länge von 50 Minuten dann doch irgendwann anstrengend, bis dahin liefert die sympathische Truppe aber einen äußerst geilen Auftritt ab. Es wäre wirklich mal Interessant die beiden Herren in Form eines Gespräches auszufragen, wie die kubanische Black Metal Szene zueinander steht und welche Eigenschaften diese Vorweist.

 

 

 

 

 

 

Nun ist schon der erste Teil des Abend vorbei der zweite kann beginnen. Unter dem Banner HYMNS TO LEMEGETON TOUR 2018 touren die nächsten drei Bands durch Europa bzw. waren unterwegs. Erfurt war das vorletzte Konzert dieser Serie.

 

Mit IXXI folgt dagegen nun ein echtes Highlight: Mit ihrer gekonnten, fetzigen Mischung aus brachialem Black Metal und Hardcoregestampfe, die sie auch eindrucksvoll auf ihrem aktuellen Album zelebrieren, halten die Schweden den halben Club im Gange und ernten nach jedem Song wohlverdienten, lauten Beifall. Glücklicherweise ist der Tontechniker wohlgesonnen oder schlicht kompetent, weshalb IXXI auch in Sachen Sound  positiv hervorstechen. Nach 50 Minuten beendet die Truppe pünktlich ihr Set und entlässt das erschöpfte, aber sichtlich sehr zufriedene Publikum zu den letzten zwei Bands des Abends.

 

 

 

 

 

 

 

Als THE STONE dann die Bühne betreten, ist es im Zuschauerraum recht voll. Der Grund hierfür offenbart sich recht schnell: Die Derben bringen  einen geradlinigen, leicht melodischen Black Metal dermaßen kraftvoll und mitreißend auf die Bühne, dass es nicht lange dauert, bis im Publikum die ersten Köpfe kreisen. Das Set der Herren besteht heute überwiegend aus Songs von ihrem aktuellen, äußerst starken Album „Teatar apsurda“, doch auch vom Vorgängeralbum „Nekroza“ finden immerhin zwei Stücke ihren Platz auf der Setlist. Aus meiner Sicht hat die Band noch immer nicht den Stellenwert den sie aufgrund ihrer musikalischen Leistung hier in Deutschland haben sollte. Warum das aktuelle Album mit dem eigenem Label veröffentlicht wurde (und nicht wieder über Folter Records) werden wir zeitnah mit den Herren klären. Ansonsten war dies ein starker Auftritt und hat nicht nur mich überzeugt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer im Anschluss an diese Show absolut notwendigen, halbstündigen Verschnaufpause steht um halb ein der offizielle Headliner des Abends auf dem Programm - dass die Halle nun nicht dramatisch, aber doch merklich leerer bleibt, bestätigt den Verdacht des heimlichen Headliners THE STONE. Wer sich bereits verabschiedet hat, verpasst mit der Show von INFERNO jedoch definitiv ein weiteres Black-Metal-Highlight: Eine volle Stunde lang stellen sich die Tschechen heute in den Dienst des Okkultismus - und das mit einer Atmosphäre, die man selbst bei der stets engagierten Band selten erlebt hat. Doch vor allem musikalisch ist die Darbietung beeindruckend. Ergänzt wird dieses Fest für die Ohren durch die imposante Erscheinung Adramelech, der das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann zieht. Ein wirklich grandioser Auftritt von INFERNO, der mit Sicherheit lange in Erinnerung bleibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vielleicht waren 6 Bands manchen zu lang, war das Showende  weit nach 1.00 Uhr zu spät oder sind INFERNO generell für manche nicht true genug – Fakt ist: Bis zum Ende der Show leert sich der Club langsam, aber stetig. Nachvollziehbar ist das in Anbetracht der großartigen Darbietung, die INFERNO heute abliefern, nicht. Der Applaus, den IXXI für ihre mitreißende Show ernten, ist nicht steigerbar. Welche der Bands man auch favorisieren mag - Fakt ist: Ergänzt um die absolut soliden THE STONE,  NARBELETH, INFAUST und ASARHADDON bietet dieser Tag alles, was man sich von einem Black-Metal-Konzertabend erwarten kann.

 

Bericht & Photos Varar Wallheim