Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Nun ist bereits die dritte Ausgabe des Magazin`s erschienen und die weiteren Planungen für die vierte Ausgabe, welche gleichzeitig die 10 - Jahre - Sturmglanz Jubiläumsausgabe werden soll, laufen bereits auf vollen Touren. [ weiter lesen ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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13. April 2013 Under the sign of the Pagan Hordes

 

Am Samstag, den 13.04.2013, waren wieder 'ne Menge Metal Veranstaltungen in Mitteldeutschland angesagt. Diesmal haben wir uns für den traditionellen Pagan Metal entschieden. Das Zentrum der Heidnischen und Naturromantischen Huldigung war diesmal die Metal Location „Bullet“ in der Rennsteignahen Wanderhochburg Suhl in Thüringen. Unter dem Banner „Under the sign of the Pagan Hordes“ waren die Franken Delirium, Witticism, Surturs Lohe und Fimbulvet angetreten. Die Location selbst ist wohl ein altes Überbleibsel aus vergangenen sozialistischen (Gaststätten) HO - Tagen inmitten eines Plattenbauwohngebietes „Made by GDR“. Der Barbereich war recht groß und die Getränkepreise waren absolut fair. Der eigentliche Konzertsaal war sicherlich mal die Küche der Gaststätte, da die Fließen auf den Fußboden und den Wänden noch überall sichtbar sind. Diese wurde mit Tarnnetzen überdekoriert und der vordere Bereich mit einer kleinen Bühne ausgestattet. Der Geruch nach vermodernden und feuchten Klamotten war ziemlich streng in der Nase, aber irgendwie hat der Laden noch einen gewissen schäbigen Untergrundcharakter aus den 90zigern Jahren. Man sollte solchen Schuppen also auf jeden Fall die Stange halten und auch mal hin und wieder besuchen.

 

 

 

 

 

Gegen 20:30 Uhr ging es dann mit den Franken Delirum los. Die jungen Musiker spielen eine Art Pagan/Black/Death Metal, wobei mir die tiefen Gesangseinlagen von Sänger Manuel um einiges besser gefielen, als das 08/15 Standard-Pagan-Metal-Geschrei. Mit eigenen Songs, in denen sie die Geschichten ihres Heimatlandes vertonen, wurde das Publikum im Laufe des Gigs immer lockerer und rückte Stück für Stück nach vorn. Besonders hervorheben kann ich die abwechslungsreichen Songs. Richtig Spaß hat es gemacht, auf die Texte zu horchen, da diese sehr einprägsam und inhaltlich sehr interessant gestaltet sind. Ich befürchte allerdings, dass es einfach zu viele Bands dieses Genres gibt, um wirklich dauerhaft präsent zu sein und um sich aus der Masse heraus zu kristallisieren. Wir werden sehen - dennoch, ein guter Einstand für diesen Abend.

 

 

 

 

 

 

Als nächstes bauten dann die Ilmenauer Witticism auf. Bin ja sonst nicht so der klassische Death Metal Anhänger, hatte mir im Vorfeld also auch keine Infos über die Band besorgt. Nach einem kurzen  Intro ging es dann los. Und was soll ich sagen - leck mich am Arsch, war das geil. Fetter Death Metal in feinster Manier. Ich hab zwar keine Ahnung, wie Witticism auf ihrem Album klingen, aber Live war es ein Brett schlechthin. Ich würde es mal in die Richtung Belphegor, Behemoth und Vader drücken wollen, um nur ein paar Vergleiche zu verwenden. Sehr professionell und technisch sehr versiert sägten die Gitarrensolis und hämmerte das Schlagzeug aus den Boxen. Ich war sichtlich angetan und begeistert. Auch das Publikum im „Bullet“, welches zwischenzeitlich auch mächtig voll geworden war, tummelte sich jetzt weit vor der kleinen Bühne und bangte ihr Haupt zum Takt der Musik.

 

 

Das letzte mal, als ich Surturs Lohe Live gesehen habe, spielten sie auf dem "Waldeshall Festival" in Ruhla (Thüringen), welches im Oktober 2009 stattfand. Seither wurde das aktuelle Album „Nornenwerk“ (2011) veröffentlicht und konnte nun auch Live umgesetzt werden. Mit reichlich Bühnendekoration verwandelte sich die Konzertlocation in ein kleines Thüringer-Natur-Einod und untermalte die musikalische Stimmung der Meininger später dann perfekt. Nachdem die sieben Bandmitglieder alle ihren Platz auf der Bühne gefunden hatten, ging es endlich los. Vom ersten bis zum letzten Ton konnte ich die wunderbare und mystische Atmosphäre im Raum spüren. Das Publikum drängte nach vorn und genoss jede einzelne Klangeskunst. Ja, auch ich war benebelt vom Zauber der Klänge und war sehr angetan und verbunden mit der sensiblen Spielweise der Thüringer. Surthurs Lohe entflammten in mir erneut eine emotionale Sehnsucht nach den Thüringer Wäldern, Seen und Landschaften. Alles klang sehr ausgreift, zufriedenstellend und abgerundet, sogar zu einer Zugabe ließen sie sich zum Schluss überreden. Ein wirklich überzeugender Auftritt! In diesem Zusammenhang fällt mir gerade ein, dass im Sturmglanz Store noch Thuringia Shirts zu haben sind. [Link]

 

 

 

 

 

 

Apropos Nebel: Die permanente Benebelung in einem Raum ohne Fenster war für die Augen schon reichlich grenzwertig, da der Konzertraum eigentlich ständig im dichten Rauch stand und die Schnappatmung im gesetzten Alter doch früher einsetzt als vermutet. Wir mussten daher die Location hin und wieder nach draußen verlassen, um die klare Waldesluft tief einzuatmen. Weiter ging es mit dem  Headliner des Abends: Fimbulvet. Ich denke, da gibt es auch nicht viel zu sagen. Die Pagan Metaller sind für ihre musikalischen Qualitäten bekannt. Mit einigen Spaß und Zwischenansagen konnten die Mannen das ohnehin schon angeheizte Publikum zusätzlich zum Feiern animieren und machten aus einem Konzert ein heidnisches Paganfest.

 

 

 

 

 

 

 

Die Thüringer Pagan Szene ist und bleibt eine Sache für sich. Die einen finden Sie großartig, andere hingegen meinen, sie sei lächerlich. Ich bin der Meinung, dass genau diese Szene ein Teil der wunderbaren alten Thüringer Kultur ist und schließe mich darum den Erstgenannten an. Für 12 Euro Eintritt konnte man an diesem Abend nichts falsch machen. Für den Sound zeigten sich die Klangbunker Technik verantwortlich und dies war auch alles in Ordnung. Was sicherlich und unabhängig von diesem Abend hängen bleibt, ist die irritierende Tatsache, dass der Pagan Metal in den letzten Jahren zunehmend jüngeres Publikum in seinen Bann zieht, da das Durchschnittsalter (schätzungsweise) weit unter 20 Jahren lag. Eine Kommentierung über diese Entwicklung diesbezüglich möchte ich dabei offen lassen.

 

Photos & Bericht © Varar Wallheim (April 2013)