Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Review & Bewertungen

Alle unsere Reviews die wir im  Sturmglanz.de Web- zine veröffentlichen sind persönliche Meinungen. Uns interessiert nicht was andere Metal Magazine schreiben, loben oder kritisieren. Wir bilden uns eine eigene Meinung über das uns zugsandten Material. Aus diesem Grunde gibt es bei uns auch keine Punkte oder ähnliche Bewertungsmaßstäbe. [ weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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Bandinterview: ANDRAS

 

ANDRAS - 25 JAHRE - Als Kind, das Mitte der Neunziger, endlich motorisiert, die Metal-Unterwelt vor der Haustür – sprich: im Erzgebirge – zu entdecken begann, erinnere ich mich an ANDRAS mit nostalgisch verklärter Aufbruchstimmung. Ab `99 mit „Sword of Revenge“ verlor ich die Band aus den Augen, bis mich "...Of old Wisdom" im Jahr 2005 wieder für kurze Zeit absolut aus den Socken haute.  Doch dann gab es erneut Verstrickungen und Orientierungen, welche nicht unbedingt meinen musikalischen Geschmack trafen. Doch nun gibt es ein neues Album mit dem Namen „Reminiszenzen...“ - ein Neustart sondergleichen: vor Energie und Spielfreude nahezu berstend, abwechslungsreich, aggressiv und so melancholisch, dass es mich bis heute beim Hören packt. Das lag nicht zuletzt an der starken Darbietung von Sänger Khenaz.

 

Sturmglanz: Hallo Nightsky, erst einmal Respekt für das aktuelle Album „Reminiszenzen...“, dass im Oktober 2017 bei Einheit Produktionen veröffentlicht wurde! Es gibt Kritiken, welche das Album in den Himmel heben, ebenso gibt es Kritiken (Zitat: „nichts Halbes und nichts Ganzes“) die kein positives Resümee aussprechen.  Wie siehst du die Entwicklung des Albums und war es für Dich nach dem Ausstieg der anderen Bandmitglieder klar, dass du mit ANDRAS weitermachst?

 

Nightsky: Glück auf! Ich danke Dir erst einmal für die lobenden Worte. Für mich war es klar, dass es mit ANDRAS weitergeht. Wie ich das letztendlich schaffe jedoch nicht. Es war sehr schwer, neue Mitstreiter zu finden mit denen ich mich arrangieren konnte. In Reminiszenzen steckt all das, was mir seit 2012 widerfahren ist:  Wut, Traurigkeit aber auch Freude. Ich hatte Zeit, mich die ganzen Jahre damit zu beschäftigen um aus alledem Songs zu erschaffen.

 

Sturmglanz: Ihr habt mit Euren ganzen Ankündigungen im Vorfeld der Veröffentlichung die Spannung schön in die Höhe getrieben! war das eine ausgeklügelte Strategie, um die Meute extra auf die Folter zu spannen?

 

Nightsky: Ehrlich gesagt nein, wir sind keine Marketing-Profis. ANDRAS hatte auch in dieser Hinsicht einen Neustart hingelegt und so mussten auch wir lernen, wie man mit einem kommerziellen Portal wie Facebook agiert.

 

Sturmglanz: Im Vergleich zu "Warlord" wirken die neuen Songs insgesamt melancholischer und epischer, dafür weitaus giftiger in den Lyrics. Hatte sich genügend Material angestaut, welches in derartiger Form veröffentlicht werden wollte oder wurden die Titel schon mit dieser Vorgabe geschrieben?

 

Nightsky: Ich persönlich war mit der „Warlord“ nie richtig zufrieden. Die ganze Musik wurde mir zu neumodisch und so wäre es nach jenem Album auch weitergegangen: ohne Keyboard und noch moderner. Ich betrachte „Of old wisdom…“ als das essenzielles Vermächtnis von ANDRAS und das neue Material sollte genau dort anknüpfen. 2012 war ich krank geworden und damit einige Zeit außer Gefecht. Ich habe in den Phasen meiner Krankheit Songs geschrieben, die sehr melancholisch waren und meine damalige Situation widerspiegelten. Wie schon gesagt ist die Geschichte von „Reminiszenzen…“ ein längerer Prozess gewesen. Die Songs an sich waren großteils fertig als Khenaz das Ganze in Struktur gebracht hat und sich den Texten annahm.

 

Sturmglanz: "Der Raubschütz" ist mein aktueller Favorit vom neuen Album. In diesem Zusammenhang habt ihr euch schwerpunktmäßig wieder auf die Thematik Erzgebirge eingeschworen. Welche Faszination gib es immer noch, nach so vielen Jahren über eure Heimat?

 

Nightsky: Ja, das Erzgebirge bildete den dritten Abschnitt der „Reminiszenzen…“-Scheibe. Die Raubschütz-Saga ist eine Ode an Karl Stülpner – unserem „erzgebirgischen Robin Hood“, wie man immer sagt. Mit der Geschichte dieser sagenumwobenen Gestalt hatte Khenaz gezeigt, dass es auch nach drei Erzgebirgsalben immer noch eine Menge unbearbeitetes Rohmaterial aus unserer geliebten Heimat gibt.

 

 

 

 

 

Sturmglanz: In den späten Neunzigern musste ich mich hier und da rechtfertigen, wenn ich mich positiv über ANDRAS oder DUNKELGRAFEN äußerte. Ihr wurdet von einigen Hörern mit vermeintlich exquisitem Geschmack mitunter als „nicht-ernstzunehmende Metal-Band“ aus dem Osten wahrgenommen, die mit „Das Schwert unserer Ahnen“ und „Die Rückkehr der dunklen Krieger“ versuchen ihren Stil durchzusetzen versuchten. Sind Euch solche Lästereien auch zu Ohren gekommen? Und falls ja, juckte Euch sowas?

 

Nightsky: Klar. Nachdem die „Schwert unserer Ahnen“-Demo herauskam, wurden wir hochgejubelt und nach dem ersten Album wieder fallengelassen. Egal, den Leuten da draußen hat es gefallen, das war mir viel wichtiger. Wie sagt man so schön: negative Kritik ist besser als gar keine.

 

Sturmglanz: Mittlerweile sei gesagt, dass genau diese Alben, einen Großteil der ostdeutschen Szene maßgeblich beeinflusst haben. Es sei mir gestattet, weiter in der Vergangenheit von ANDRAS zu wühlen, weil dies genau meine Zeit gewesen ist und viele Dinge, über die man nachträglich spricht, ich damals so gar nicht so auf dem Schirm hatte. Wie war damals die „Stimmung“ im Erzgebirge. Irgendwie waren viele damalige Bands miteinander verbunden und jeder spielte jeweils in anderen Projekten und Bands? EMINENZ, DUNKELFRAFEN, MOONBLOOD, ISENBURG, NACHTFALKE, Gleis 3, Asgard Pub und und und…

 

Nightsky: Dreh- und Angelpunkt war das ehemalige Chicago (kurz: Chic) in Annaberg. Es war eine absolute Kultkneipe wo des Öfteren Black Metal Konzert stattfanden (z.B. Marduk, Enslaved oder Immortal). Dort waren auch EMINENZ, DUNKELGRAFEN und MOONBLOOD ständig zugange. EMINENZ probten dort drin auch.  Mit den beiden Mitgliedern von MOONBLOOD hatten wir eine gemeinsame Vergangenheit, nämlich DEMONIAC. Nach bandinterner Streitigkeit waren aus der Asche von DEMONIAC die Projekte MOONBLOOD und ANDRAS entstanden. Beide MOONBLOOD-Beteiligten haben sich im Übrigen auch auf unserer aktuellen Platte verewigt. DUNKELGRAFEN hatten anfangs der 90er in einem kleinen Waldstück eine kleine Hütte. Dort haben wir uns getroffen, Musik gehört und es maßlos mit dem Trinken übertrieben, hehe. Irgendwie wurden das immer mehr Leute. Wir verstanden uns alle super, warum dann nicht auch gemeinsam Musik machen?

 

 

 

 

 

 

 

Black Abyss 1996

Sturmglanz: Denkst du gerne an diese Zeit zurück?

 

Nightsky: Musikalisch war es die beste Zeit meines Lebens. Wir haben die Musik richtig gelebt, nicht wie die Fake-Bands heutzutage. Wir standen mit Corpsepaint und Fackeln im Proberaum. Viele Gruppen machen gegenwärtig nur Musik zum Zeitvertreib oder zur Selbstinszenierung.

 

Sturmglanz: Wo wir gerade bei der Szene sind: Wie fest bist du in der Black Metal-Szene verankert?

 

Nightsky: Gibt es überhaupt noch eine richtige Szene? Ich glaube die ist schon in den 90ern zu Grabe getragen wurden, leider. Ich mache meine Musik - was der Rest macht ist mir egal. Bitte nicht falsch verstehen: es gibt genügend andere Bands mit denen ich mich super verstehe, aber ich mach mein Ding und fertig.

 

Sturmglanz: „DAS“ Label zu dieser Zeit war Last Epitaph Productions. Es gibt viele widersprüchliche Aussagen über den Umgang. Wie war damals für euch die Zusammenarbeit und wie habt ihr Zusammengefunden?

 

Nightsky: Anfangs sehr gut. Karsten wirkte ehrlich. Wir wollten einfach nur unser erstes Album rausbringen, egal wie. Beispielsweise hatten wir auch eine Zusammenarbeit mit Century Media geplant - die waren gar nicht so abgeneigt. Das ging uns aber nicht schnell genug und wir dachten das Last Epitaph besser zu uns passt. Könnte ich noch einmal zurückreisen, würde ich mich für diese dumme Entscheidung selber schlagen und den Pisser von L.E gleich mit. Lord Asmoday hatte mit Karsten Jakob kontakt. Dieser war damals großer Fan unserer Demo und er hatte das damals angeleiert.  Erst nachdem wir „Die Rückkehr der dunklen Krieger“ aufgenommen hatten, wurde uns bewusst, was dieser Kerl wirklich vorhatte. Er hat die Bands die er unter Vertrag hatte abgezockt. Es gab keine Abrechnungen und auch keine Zahlungen mehr. Um schnellstmöglich aus dem Vertrag zu kommen haben wir die Demo „Das Schwert unserer Ahnen“ noch einmal dort rausbringen lassen, was mein größter Fehler war. Geld hatte er sich natürlich eingestrichen.

 

 

 

 

 

 

Nightsky und Lord Asmoday 1996

Sturmglanz: Bei euren letzten Gigs habt ihr auch älteres Material z.B. von „…Of Old Wisdom“ oder „Sword of Revenge“ von damals gespielt. Das Publikum ist ausgeflippt und ich hatte die buchstäbliche Gänsehaut! Warum geht ihr soweit zurück in die Vergangenheit? Immerhin besteht ANDRAS nur noch aus Dir als Gründungsmitglied?

 

Nightsky: Es war vorwiegend die Idee von Khenaz, einige Klassiker aus den Schubladen rauszuholen, da sie in den 2000ern kaum bis überhaupt nicht präsent waren. Teilweise haben wir sie neu arrangiert und es macht riesigen Spaß, sie nach all den Jahren wieder derart energiegeladen auf der Bühne zu präsentieren.

 

Sturmglanz: Stichwort Line-up. Wer hat da wen ersetzt und seid Ihr inzwischen zu einer (auch in songwriterischer Hinsicht?) homogenen Band zusammengerückt? Was hat dich dazu getrieben ANDRAS neu aufzulegen?

 

Nightsky: Ich hatte wieder Bock Musik zu machen, hehe. Der Geist der 90er Jahre und überhaupt zahlreiche ehemalige Mitglieder umgeben uns immer noch in vielen Bereichen. Black Abyss war prägender Sänger unserer alten Sachen und spielt nun wieder Bass. Dem Co-Gründungsmitglied Lord Asmoday haben wir den aktuellen Proberaum bzw. das Studio in Aue zu verdanken. Im selben Haus proben auch KRATER, wo mit Shardik und Kerberus ebenfalls ehemalige ANDRAS-Mitglieder zugange sind. Unser 90er-Jahre-Gitarrist Farago war der Produzent von „Reminiszenzen…“. Auch Occulta Mors hat uns bei den ersten drei Gigs unseres Neustarts begleitet und tatkräftig unterstützt. Ecthelion war in Lugau und Zwickau als Gastsänger dabei.

 

Ghwerig war schon seit „Warlord“-Zeiten dabei. Mit ihm, Black Abyss und Khenaz habe ich „Reminiszenzen…“ hauptsächlich gestaltet und anschließend rausgebracht. Wir vier hatte eine Menge Spaß, waren jedoch so natürlich nicht live-tauglich. Khenaz brachte noch Henker an der Rhythmusgitarre mit und nach längerem Suchen haben wir mit DorGust endlich einen fähigen Mitstreiter am Schlagzeug gefunden. Ich würde sagen, wir wachsen als Band immer mehr zusammen und wir arbeiten auch schon an neuem Material.

 

Sturmglanz: Kannst du etwas über Nebenprojekte erzählen?

 

Nightsky: Da gibt bzw. gab es bei mir nur DEMONIAC. Wie bereits erwähnt, kann man es als Vorgängerprojekt von ANDRAS betrachten.  Wir hatten sehr viel altes Material, was wir unbedingt nochmal mit den heutigen Möglichkeiten aufnehmen wollten, da es noch nicht im Geringsten ausgeschöpft ist. Damals war es nur ein Kassettenrecorder, welchen wir mitten in den Proberaum gestellt hatten. Bei den Bandkollegen wären aktuell noch EMINENZ (Black Abyss) und TEMPLE OF OBLIVION (Khenaz und Henker) zu nennen. Mit beiden Bands haben wir schon oft die Bühne geteilt. Ghwerig war Live-Keyboarder bei NACHTFALKE, aber Occulta Mors hatte das Projekt ja auf Eis gelegt.

 

Sturmglanz: Viele Musiker neigen dazu, recht leicht ihre eigenen "Fehler" zu bemerken, und denken beim Abschluss eines Albums bereits daran, wie sie solche vermeintlichen Fehler auf zukünftigen Alben vermeiden können. Bist Du auch so selbstkritisch und ehrgeizig? Wie empfindest du die positiven und die negativen Kritiken?  Welches Feedback nimmst Du für persönlich daraus oder ist Dir dies alles egal und das Album ist genau das geworden, wie es sein sollte?

 

Nightsky: Natürlich fallen einem Fehler auf - das ist aber normal. ich denke, dass jeder Musiker im Nachhinein vieles hätte besser gemacht. Ich hatte bei „Reminizenzen…“ aber genug Zeit und hatte auch vieles immer und immer wieder ändern können. Am Ende soll ein ehrliches Album herauskommen mit dem ich mich identifizieren kann – das ist für mich an erster Stelle wichtig.

 

 

Sturmglanz: Hiermit hast du das Interview überstanden und die obligatorische Frage: Wie geht es jetzt weiter mit ANDRAS?

 

Nightsky: Wir arbeiten kräftig an neuen Songs und Khenaz hat schon das ein oder andere inhaltliche Konzept ausgearbeitet. Fans werden also keine weiteren sieben Jahre warten müssen. Aber ich will noch nicht so viel verraten.

 

Sturmglanz: Die letzten Worte gehören Dir!

 

Nightsky: Ich möchte mich für Dein Interesse an ANDRAS bedanken. Man hat endlich wieder das Gefühl, dass der erzgebirgischen Black-Metal-Szene eine würdige und ernstzunehmende Plattform geboten wird. Natürlich grüßen wir hier auch alle ANDRAS-Fans, die uns in den vergangenen Jahren treu blieben und auch künftig weiterhin treu bleiben werden! Im Namen der Band möchte ich mich allem voran bei den Musikerkollegen und Freunden bedanken, die uns in letzter Zeit so akribisch unterstützt haben. Ohne Euch wäre „Reminiszenzen…“ nicht möglich gewesen! Hail und Prost!

 

Nun also zum 25 jährigem Jubiläum die Compilation "Reliquien...". Re-Arrangements der Kultstücke aus den 90ziger Jahren. Erhältlich ab 24.08.2019 im Sturmglanz Store! Alle Informationen dazu hier!

 

 

 

 

 

Varar Wallheim - Interview aus der #3 DER PESTBOTE Ausgabe (AUSVERKAUFT)

 

 

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