Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Review & Bewertungen

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Sturmglanz Veröffentlichung

video

 

Bandinterview: ETERNAL ALCHEMIST

 

Interview aus dem Jahr 2016 - Erstveröffentlichung in Ausgabe #1 - Der Pestbote

 

Sturmglanz: Anfang des Jahres wurde dein Demo Tape „Renaissance“ über Portrait Of Pest Production und im April dein erstes Album „Demon Summoning“ über Golden Age of Blasphemy Production veröffentlicht. Beide Tonträger haben jeweils eine sehr gute Beurteilung bekommen. Warum hat es von der Gründung 2012 bis zum ersten Lebenszeichen im Jahr 2016 so lange gedauert?

 

EA: Genau genommen war das erste Lebenszeichen schon im April 2015, da die Demo dort digital veröffentlicht wurde. Der Grund, warum zwischen Gründung und erster Demo so viel Zeit verging, ist der, dass Eternal Alchemist ursprünglich als Trio gegründet wurde und eine ganz andere Form von Black Metal verfolgen sollte. Trotz der anfänglichen Motivation und der Pläne, ist es nach einer Weile im Sande verlaufen. Alles, was übrig blieb, waren der Name und das Logo. Anfang 2015 entschloss ich mich, das Projekt wiederzubeleben und ihm zur ganz eigenen Renaissance zu verhelfen. Orientiert wurde sich dabei an dem, was man als typisch finnischen Black Metal bezeichnen könnte, und durch die neue Freiheit als Ein-Mann-Band war ein absolut kompromissloses Arbeiten möglich.

 

 

 

 

 

Sturmglanz: „Demon Summoning“ ist das erste Full-Length-Album, welches du überhaupt veröffentlichst hast. Es scheint als wäre in dieser Form des Black  Metal das thematische Konzept ebenso entscheidend wie die Musik selbst, sprich, die Einheit steht im Mittelpunkt. Beinhaltet „Demon Summoning“ ein Konzept.

 

EA: Etwa ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung von Demon Summoning kam der Kontakt zu Golden Age Of Blasphemy zustande. Zu der Zeit gab es nur ein vages Konzept für das Album, eine bestimmte Richtung zwar, doch lyrisch noch nicht klar ausgearbeitet. Ich trug dem Label meine Vorstellungen vor und hatte sofort das Gefühl, verstanden zu werden. Der Titel des Albums ist ebenfalls ein Vorschlag des Labels gewesen und hat wie ein Katalysator gewirkt hinsichtlich der weiteren Arbeit an den Texten.

 

Sturmglanz: Auch das Artwork ist erneut sehr detailreich ausgefallen. Kannst du uns etwas dazu erzählen, auch wo es an eure Musik und Texte anknüpft?

 

EA: Auch hier kam mir das Label sehr entgegen und stellte erneut unter Beweis, dass es dieses Projekt absolut verstanden hat. Das Albumcover wurde auf die Musik abgestimmt, das Booklet auf die Texte. So ein intuitives Zusammenwirken habe ich vorher noch nie erlebt, daher ist es auch schwer in Worte zu fassen. Label und Künstler dienten quasi nur als Medium, um etwas Verborgenes, das schon immer so da war, in diese Welt zu bringen.

 

Sturmglanz: Kannst du auf die Texte eingehen?

 

EA: Ein Großteil der Texte versucht jenes Verborgene in Worte zu fassen oder seine Anziehungskraft und Wirkung irgendwie verständlich zu machen. Vereinfacht gesagt geht es darum, sein Selbst zu überwinden und aus diesem verborgenen Etwas zu schöpfen. Es ist nicht so als hätte man eine Wahl; der Weg muss gegangen werden, ist aber gleichzeitig unweigerlich mit Zerstörung verbunden. Am Endes dieses Weges ist auch das Ende der Zerstörung. Vielleicht ist dort auch das Nichts oder Chaos oder alles zusammen. In dieser Welt bekommt man davon nur bruchstückhaften Einblick und weiß nichts weiter, als dass man dort hingelangen muss, sobald in irgendeiner Form Verbindung hergestellt wurde. Entscheidend dabei ist, dass diese Verbindung willkürlich geschieht und man sich früher oder später seiner Anziehung hingibt, nachdem man herausgefunden hat, wie alternativlos man ist. Ich denke, der Black Metal Underground ist im wesentlichen ein Sammelbecken der Leute, die auf diesem Weg wandeln.

 

Sturmglanz: Was ist für dich wichtiger, die Musik oder die Texte?

 

EA: Ganz klar die Musik. Der beste Text ist ohne die Musik, die ihn trägt, in meinen Augen wertlos. Ich sehe auch keinen Grund, warum ich als Musiker etwas anderes als die Musik an erster Stelle stehen haben sollte. Letzten Endes kommt es aber darauf an, Musik und Text auf gleich hohes Level zu bringen, um etwas Überdauerndes zu erschaffen. Ein schlechter Text kann demnach auch die beste Musik versauen.

 

Sturmglanz: Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist die rohe und doch zugleich harmonische Atmosphäre. Das Ganze klingt enorm kompromisslos… ein bisschen wie in den frühen Neunzigern. War das der Anspruch an ein neues Album?

 

EA: Kompromisslos ist schon der treffende Ausdruck. Es wird sich nicht angebiedert, es wird nicht versucht zu gefallen, es wird einfach nur die Vision verfolgt. Der Anspruch an das Album war, dass es in sich schlüssig sein muss, also einem gewisses Grundrezept folgend. Wenn man sich für ein Grundrezept entschieden hat, geht es an die genauere Ausarbeitung des Albums. In diesem Fall kurze Lieder mit hoher Geschwindigkeit, eingängige Melodien, roher Sound und alles sehr Blastbeat lastig. Nachdem die erste EP digital veröffentlicht wurde, ging das Schreiben für das Album los und war etwa zu der Zeit abgeschlossen, als Albumcover und Titel festgelegt wurden.

 

 

 

 

 

Sturmglanz: Ich empfinde die Stimmung auf „Demon Summoning“ als unglaublich finster. Im Grunde halte ich es für die Form von Dunkelheit, die Black-Metal-Bands immer einfangen wollen, es dann aber eher selten wirklich schaffen.

 

EA: Das liegt wahrscheinlich daran, dass man es nicht erzwingen kann. Entweder du hast die Dunkelheit gesehen und lässt sie durch dich wirken oder du versuchst krampfhaft böse Musik zu schreiben, dessen Unglaubwürdigkeit nur durch den damit verbundenen Kitsch übertroffen wird.

 

Sturmglanz: Deine Musik ist ziemlich komplex. Wie ist das eigentlich, wenn du einen neuen Song komponierst, bist du völlig impulsiv und spontan, oder hast du so etwas wie einen Plan im Kopf, wie du ein Stück aufbauen möchtest?

 

EA: Beides! Beziehungsweise ist es mal so und mal so. Zuerst lege ich jedoch fest, ob ich EP oder Album schreiben will, wieviele Lieder, welche Länge etc. Das Grundrezept eben. Dann wird die Gitarre in die Hand genommen. Schnell findet sich ein erstes Riff und ein zweites folgt ganz natürlich, bis das Lied komplett ist. Manchmal ist zuerst die Struktur im Kopf, die dann nur noch mit Musik aufgefüllt werden muss, was auch ohne Jammen funktioniert. Es ist keine besondere Herausforderung, solange man eben diese Art von Vision hat, bei der man selbst nur als Medium dient. Aus dem Grund lösche ich so gut wie nichts, alles findet Verwendung. Die Visionen gibt es aber nicht umsonst. Alles hat seinen Preis, und die menschliche Psyche ist fragiler als einem lieb ist.

 

Sturmglanz: Was kommt dir in den Sinn, welche Bilder hast du selbst im Kopf, während du deine eigene Musik anhörst oder erschaffst?

 

EA: Es ist eine Mischung aus Staunen und Hingabe beim Hören. Staunen vor allem deswegen, weil es immer wieder unvorstellbar ist, dass es wirklich von mir geschaffen wurde. Man versinkt völlig darin und wird emotional nicht selten zum Entstehungszeitpunkt zurückversetzt, dazu mischt sich dann die Befriediung, die man erfährt, wenn man Musik hört, die perfekt auf einen zugeschnitten ist. Das Schreiben selbst versetzt mich meist in eine Art manischen Zustand. Dabei habe ich nur ein sehr abstraktes Bild der Thematik im Kopf, das aber trotzdem sehr bestimmend ist. Wenn so ein Zustand durch weltlichen Firlefanz (wie zB das Klingeln des Telefons) gestört wird, fühlt es sich an wie ein Schlag in die Fresse und hinterlässt tiefe Enttäuschung.

 

Sturmglanz: Du betreibst ETERNAL ALCHEMIST alleine. Dies birgt einige Vorteile aber auch Nachteile in sich. Bleibt dies so oder wirst du dir Zeitnah Unterstützung suchen? Daraus ergibt sich dann natürlich auch die Frage nach Liveaktivitäten?

 

EA: Es wird keine Veränderung im Lineup geben. Auch Liveaktivitäten sind nicht geplant.

 

Sturmglanz: Inwieweit spielt das Okkulte auch in deinem Privatleben eine Rolle? Kunst ist ja nicht immer das komplette Innere des Künstlers… Wie definierst du überhaupt Okkultismus?

 

EA: Kunst ist vielleicht nicht das komplette Innere, aber es ist schon der beste Weg, um Teile des Inneren auszudrücken. Deswegen spielt Okkultismus vor allem im kreativen Bereich meines Lebens eine Rolle. Es ist schwer, da irgendetwas in Worte zu fassen, da ich es einfach nur durch mich wirken lasse. Ich denke, man muss eine gewisse Linie überschritten haben, damit man das auch nur ansatzweise nachvollziehen kann.

 

Sturmglanz: Von dir gibt es kein Bildmaterial und keine Informationen. Ist dies Teil deiner Art?

 

EA:  Könnte man wohl so sagen, ja. Zu viel Information macht vieles kaputt. Viel zu oft kann man Künstler und Kunst nicht voneinander trennen, was ich in vielen Fällen für problematisch halte. Wenn die Distanz fehlt, nimmt man die Dinge automatisch anders wahr. Auf der anderen Seite finde ich ein auf Krampf erzeugtes Image genauso abartig. Mir kommt es einzig auf die Musik an.

 

Sturmglanz: Hast du Kontakt zu anderen Musikern? Fühlst du eine Art Seelenverwandtschaft zu anderen Künstlern und/oder Bands?

 

EA: Nur minimal. Es herrscht jedenfalls kein musikalischer Austausch. Jeder lebt in seiner eigenen Welt, die die meiste Zeit völlig abgeschottet ist, und nur manchmal überschneiden sich die Wege. Die Dinge passieren eher parallel und weniger gemeinschaftlich.

 

Sturmglanz: Was sind deine hauptsächlichen musikalischen Einflüsse?

 

EA: Wie ich schon erwähnte, ist der Haupteinfluss in der finnischen Schule zu finden. Konkret ausgedrückt bei Bands wie Horna, Sargeist und ähnlichen aus dem Dunstkreis. Es ging allerdings nie darum, diese zu kopieren, viel mehr darum, den Stil zu adaptieren und weiterzuentwickeln. Das nächste Album wird sich auch in eine etwas atmosphärischere Richtung bewegen, jedoch ohne das zu verlieren, was es ausmacht.

 

Sturmglanz: Wird es „Demon Summoning“ auf Vinyl geben?

 

EA: Dazu kann ich an dieser Stelle leider noch nichts sagen.

 

Sturmglanz: Wie sind die weiteren Planungen mit ETERNAL ALCHEMIST?

 

EA: Derzeit wird am zweiten Album geschrieben. Die Musik ist weitestgehend fertig und wartet jetzt auf die lyrische Ausarbeitung. Eile besteht keine, darum ist mit der Fertigstellung irgendwann nächstes Jahr zu rechnen. Viel mehr Planung wird es auch nicht geben. Alles was sich ergibt, ergibt sich von allein.

 

Sturmglanz: Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

 

EA:  Ich danke für das Interesse! Es hält den Underground mit all seinen Auswüchsen am Leben.

 

Varar Wallheim (November 2016)

 

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