Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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16.06.2018 WILD HUNT OPEN AIR 2018  

 

 

WILD  HUNT  OPEN AIR 2018 – 16.06.2018 Oberthal/Saarland.  Die Erstsichtung des Flyers Anfang März zur Ankündigung des Festivals war schon mal sehr Vielversprechend.  Sollte sich vielleicht ein neues Open Air formieren? Die Ankündigung der Bands versprach eine kleine, aber sehr feine Zusammenstellung. Neben DETHRONED und CARN DÜM komplettierten SCHRAT und CHOTZÄ das LineUp für diesen Abend. Gespannt und voller Vorfreude ging es am frühen Morgen des 16.06.2018 in Richtung Saarland. Das Wetter stellte sich als optimal heraus - es war weder zu warm noch zu kalt…  Etliche Stunden später betraten wir das verstecke Festivalgelände inmitten von dichtem Unterholz. Um den Platz herum gab es  eine kleine hölzerne Stadt. Bestehend aus mehreren Gebäuden und vielen gemütlichen Sitzgelegen . Das Idyllische Ambiente hat mich von Anfang an begeistern und wohlfühlen lassen. Bei meiner Ankunft wuselten viele Helfer umher und werkelten an der Bühne und am gesamten Gelingen des Abends.

 

 

 

 

 

 

 

Rechtzeitig 16.00 Uhr zum Einlass war dann alles fertig. Und als die Lokalmatadore CARN DÜM einigermaßen pünktlich loslegten, hat sich das sehr überschaubare Etablissement schon ordentlich gefüllt. Die Saarländer machen mit den ersten Tönen deutlich, dass hier keine Gefangenen genommen werden. Sie entfesseln eine übermächtige Klangwand, die in ihrer Atmosphäre ausnehmend episch wirkt. Dazu kommt das Wechselspiel von Gitarren und Keyboard, die es schaffen, ganz unterschiedliche Akzente zu setzen. Die überlangen Kompositionen sind thematisch von J. R. R. Tolkien inspiriert, wovon man sich auch auf dem mehr als anschaulichen Debüt mit gleichnamigen Namen überzeugen kann. Und dass die energische Performance bei der Allgemeinheit ankommt, machen die Anwesenden mehr als deutlich. Die Stimmung ist von Anfang an ausgesprochen gut, der Sound ist für eine so minimalistische Technik, absolut überzeugend. Und am Ende des Sets von etwas weniger als einer Stunde ist das Erstaunen über diese Darbietung in mehr als einem Gesicht abzulesen.

 

 

 

 

 

 

 

Die nächste Band im Angebot sind DETHRONED aus Saarbrücken. Wahrscheinlich sind sie in der aktuellen Szene nicht mehr so bekannt wie in den 90er Jahren, als sie ihre ersten Demos veröffentlichten und seitdem mit einer Mischung aus Black und Death Metal überzeugen. Man hat es also abermals mit gestandenen Männern zu tun, die mit Sicherheit wissen was sie tun. Und so wundert es nicht, dass wenig vom Anarcho-Stil der früheren Jahre bei diesem Auftritt zu spüren ist. Aber seien wir einmal ehrlich, alles andere würde auch absolut unecht wirken. Nun hat man es also mit deutlich gereifteren DETHRONED zu tun, die nun eher auf ihr jüngeres Repertoire zurückgreifen. An dieser Stelle muss man natürlich das Album Release „Bluotrunst“ erwähnen, welches im letzten Jahr  veröffentlicht wurde. Ansonsten gibt es noch eher brachial beeinflusste Songs. Die optische Darstellung passte diesbezüglich natürlich perfekt ins Bild.

 

 

 

 

 

 

 

Mal Hand aufs Herz, wer von uns hat SCHRAT noch nicht live gesehen? Wahrscheinlich niemand. Die Jungs sind seit Ewigkeiten in der Szene unterwegs und machen weder vor größeren noch vor kleinen Undergroundkneipen halt. Und so ist dies mein geschätztes drittes Konzert von den Bayern mit den sympathischsten Musikern. Doch wie jedes Mal bin ich von der ersten Minute an absolut geflasht von der Energie und dem brutalen Geknüppel, das einen sprichwörtlich aus den Socken haut. Von Tempo 0 auf 100 in weniger als einer Sekunde werden hier die Zuschauer zu Höchstleistungen animiert, stets begleitet von den kurzen, prägnanten Ansagen. Natürlich gibt es eine kleine Kostprobe von ihrem neuesten Album „Alptraumgänger“ zu hören. Gefühlt dauert der Auftritt nur 15 Minuten, die Uhr sagt jedoch fast 60 Minuten. Grandioser Auftritt! Derart hochgepusht kann ich nun das kommende Highlight kaum noch erwarten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und mit CHOTZÄ steht nach nur wenigen Minuten bereits ein weiteres solches auf der Bühne. Die ersten Klänge die einem bereits nach wenigen Minuten den Schweiß übers Gesicht treibt strömen aus den Boxen. Mit einer regelrechten Gitarrenwand gibt es hier puren Rock `N Roll - Black - Metal zu hören, der sich auf einer stetigen Zeitreise befindet. Von einer Lichtshow kann man hier fast nicht sprechen, denn die Bühne ist nur in extrem dunklen Farbtönen gehüllt, doch das erzeugt gerade erst diese unheimliche Atmosphäre, die fast zu explodieren droht. Professionell wie eh und je geben sich die Schweizer, und reißen einen Song nach dem anderen runter. Der Kontrast zu SCHRAT könnte größer nicht sein, doch das Publikum stört sich daran nicht. Im Gegenteil, man hat fast das Gefühl, dass das Publikum trotz der eher stampfenden Rhythmen noch aktiver ist, als bei den abgedrehten Bayern. Den gleichnamigen Song zu ihrem letzten Album „Bläck Metal Terror“ knallt in den nächtlichen Himmel. Und wie kann es auch anders sein, im Prinzip arbeitet sich die komplette Show zum Höhepunkt ihres Auftritts hin. Mit einem traumatisierten Trommelfell und einem steifen Nacken dürften wohl einige am nächsten Morgen aufgewacht sein. Als kleines Schmankerl, waren die Herren an diesem Abend ein Musiker mehr auf der Bühne – welcher Eindrucksvoll mit seinem Keyboard die einzelnen Titel untermalte. Damit haben CHOTZÄ ein weiteres Highlight in der Laufbahn ihrer Liveauftritte konstruierte.

 

Und damit geht das WILD HUNT Open Air gemütlich zu Ende. Die anwesenden Besucher machten aus Ihrer Begeisterung kein Geheimnis und ich schließe mich dieser Meinung an. Dank geschickter Zusammenstellung treffen trotz ungefähr gleicher Genreausrichtung doch ausreichend unterschiedliche Bands auf das Publikum, welches neben der Musik auch noch genügend Raum zum Schwadronieren und Kontaktaufnahme mit. Perfekte Organisation, cooles Publikum, Essen und Getränke ohne Mängel, Location grandios… Gibt’s im kommenden Jahr wieder eine Ausgabe? Danke. Wegtreten. Weitermachen.

 

Bericht: Varar Wallheim

Photos: Pictures taken by Yrrlicht Fotografie / FB.com/YrrlichtFotografie