Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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25.11.2017 AUTUMN FROM HELL - Lugau

 

 

Auch in diesem November gab es wieder das Festival AUTUMN FROM HELL im urigen Erzgebirge. Doch in diesem Jahr war einiges anders. Neben einen Locationwechsel  vom Schützenhaus in Hohenstein Ernstthal zog sich die Iron Eagle Crew zurück in ihre eigenen vier Wände nach Lugau. Die zweite Veränderung war das geschrumpfte LinUp von 8 Bands über zwei Tage. Freitag den 24. November 2017 konnte ich leider nicht anwesend sein und verpasste die Bands IXXI, Black Tormentor und Fantoft, welche als Ersatz für Rimruna spielten, die diese Krankheitsbedingt ihren Auftritt absagen mussten. So begann das Festival für mich erst am Samstag mit den Opener Blodskut.

 

Die Herren und eine Dame begannen nahezu pünktlich um 20.00 Uhr und hatten ihr erstes und neues Album „Forgotten Remains“ am Start. Die Songs von BLODSKUT peitschen gut nach vorne und sind sehr rasant, allerdings bleibt bei den Riff- und Doublebass- Walz- Passagen immer noch genug Luft zum Durchatmen, oder eben zum verstärkten Nackeneinsatz. Das Publikum ist gut in Fahrt und huldigt die Leistung der Horde mit Applaus. Der Sound ist druckvoll und die ab und an gespielten Soli kann man so in vollster Pracht genießen. Insgesamt ein solider Gig, der Appetit auf mehr macht. Der kleine Raum ist dabei probbe voll und die Stimmung verdammt  gut. Der martialische Auftakt von BLODSKUT ist ein guter Start für noch kommendes an diesen Abend.

 

 

 

 

 

 

Weiter geht es mit AIGILAS. Im Kern erinnern mich die Norddeutschen an DUNKELGRAFEN, allerdings mit einem sehr sterilen und nüchternen Sound. Die Texte werden in deutscher Sprache herausgekeift und die Gitarren flimmern zur Unterstützung recht flott daher. Doch schnell lichteten sich die Reihen, da es der Band an wirklicher Abwechslung fehlte. Alle Songstrukturen sind nahezu identisch und halten wenige Momente der Überraschung bereit. AIGILAS mühen sich im Anschluss redlich, dem ausgelassenen Treiben im Barbereich Herr zu werden, können aber leider noch immer nicht über die volle Distanz überzeugen. Dafür steht den hymnenhaften Passagen des musikalischen Schaffens noch immer zu viel Riffing um des Riffings Willen entgegen, zu viel Gesichtsloses und schlussendlich Beliebiges.

 

 

 

 

 

Nächster Programmpunkt laut: KRATER. Schwere Riffschwaden vermählen sich mit  dreckigen Screams zu einer wahrhaft erhebenden Sinfonie der Elemente. Groovende Geschwindigkeit und die entfesselte - gleichwohl stets melodische -Saitenraserei die im nächsten Moment mit angenehm getragenem Schlagzeug wechselseitig  um die Oberhand auf der Bühne ringen. Ein unglaublich anmutiger, über weite Strecken fast hypnotischer Strom, der sich hier über das gebannte Auditorium ergießt und die Reihen recht bald und eng zusammenrücken lässt - eine Band, die schon aufgrund der Offenbarung „Urere“ mit mindestens einer Backe fest auf dem Thron sitzt. Das Fazit fällt demnach denkbar einfach aus: Grandios! Mitreißend! Ergreifend! Ein Fest für Ohr und inneres Auge, und in puncto Sound und Stimmung unbestritten das absolute Glanzlicht des Abends.

 

 

 

 

 

 

Das müssen BESATT, trotz ihres Kult-Status, erst einmal toppen. BESATT aus Polen stellen sich der Herausforderung mit geschwellter Brust und bauen ganz unbekümmert auf eine stilistische Kehrtwende hin zum rotzig-rohen Dunkelthrash. Das funktioniert für sich betrachtet recht ordentlich, zumal man dadurch einen Schulterschluss zum Opener des Abends schafft. Kraftvoll und mit feinstem Sound donnert die Gemeinschaft ihr Set herunter. Man muss die Titel schon kennen um sie zweifelsfrei zuerkennen.  BESATT rationalisieren bei ihren Liveauftritten die Synthesizer komplett weg und versuchen dies mit umfangreicher Gitarrenarbeit zu kompensieren. Das klappt an manchen Stellen, aber leider nur bedingt. Dem Publikum ist’s einerlei - die Bänder fallen, die Haare wallen, und insgesamt darf man dem Quartett heute ohne Zweifel eine gelungene Partie bescheinigen.

 

 

 

 

 

 

 

Mit BESATT hat das AUTUMN FROM HELL einen würdigen Headliner finden können. Die Entscheidung zurück in die kleinere eigene Location zurück zu kehren, war wohl nicht die falscheste. So endet die Nacht auf der Tanzfläche, in der Tür stehen die fleißigen Helfer des Iron Eagle bereits mit dunklen Augen und geschärften Besen, der Mann am Pult legt mit leisem Seufzen einen letzten Song auf und entlässt die Besucher schließlich in die kalte Novembernacht…

 

Bericht & Photos Varar Wallheim