Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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04.11.2017 Aalener Black Metal Festival Part IV - Aalen

 

 

Es war mal wieder an der Zeit, die ostdeutsche Zone zu verlassen und in den westlichen Süden zu brausen. Nach über drei Stunden Fahrzeit, einem Burger-King-Stopp und zwei Pinkelpausen rollte ich in die Ortschaft Aalen in Baden Württemberg ein. Zugeben, so schön und idyllisch das Städtchen im Internet dargestellt wird, ist es bei weitem nicht. Neben unzähligen Baustellen in der Ortschaft fällt auch der dreckige und schäbige Zustand der Stadt auf. Aber nun, ich bin ja nicht als Tourist gekommen. Am Abend des 04.11.2017 sollten sechs Bands in der Rockkneipe „Rock It“ spielen. Darunter die Franzosen MERRIMACK, CRIMSON MOON und CHAOS INVOCATION. Mit der Parkordnung am Club hielt man es nicht so genau, so dass viele Stellplätze durch ineffizientes abstellen der PKW`s verschenkt wurden. Also hieß es erst mal weiterfahren und gegenüber einen türkischen Festsaales an einem Kino parken. Kurz vor 19.00 Uhr betrat ich dann endlich den Club. Das erste was mir direkt in die Nase stieg, war der penetrante und aggressive Pisse-Geruch. Nach einer Weile hat man sich aber daran gewöhnt und das „Rock It“ stellte sich als ziemlich coole Location heraus. Mit 20.00 Euro Eintritt (inklusive 2 Euro Verzehrgutschein) für 6 Bands war auch der Preis völlig in Ordnung.

 

Als ich den Konzert-Saal betrat, wurde gerade der Banner einer Band namens NIHT abgehangen. Da scheine ich die erste Horde verpasst zu haben. Es machte sich aber gerade eine weitere Band auf der Bühne fertig. Manchen Bands sieht man die Ernsthaftigkeit bzw. Nicht-Ernsthaftigkeit schon beim Soundcheck an. So war das auch bei der Dieser. Beide Gitarristen waren extrem schlecht geschminkt, der Sänger hatte 2 Minuten einen „düsteren“ Umhang um, der Schlagzeuger war bekleidet mit einem blutverschmierten weißen Kutschermantel und der Bassist versteckte sich hinter eine Schnabel-Maske aus Plastik… und musikalisch war das alles andere als gut. Da war es auch nicht mehr weiter dramatisch den Namen der Band nicht zu wissen, da es sich nicht lohnt diese weiter zu verfolgen.

 

Besser wurde es mit der folgenden Band. RAVENHOLM aus Ulm haben an diesem Tag die Veröffentlichung ihres 2. Albums „Niedergang“ gefeiert. Der Stil der Herren ist angenehmer deutscher Black Metal mit ordentlich Melodie. Dabei steht die Aggression im Vordergrund und die fast verständlichen Texte haben eine „mitgröl“-Mentalität. Die Herren scheinen ihre Sache ziemlich ernst zu nehmen - bis auf den Exoten am Bass, welcher in Hippiemanier und Sandalen das Set mit der Band spielte. Genau solche Nuancen sind es, welche eine Band mit ernsthafter Absicht von einer „Spass“-Combo unterscheidet. Musikalisches Potenzial haben aber RAVENHOLM auf jeden Fall - werden den Sprung zu regelmäßigen Auftritten und nachhaltiger Bekanntheit wohl aber eher nicht schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

Ganz anders Carn Dûm aus dem Saarland. Die Herren haben sich einen Namen gemacht, welcher mit Epic und Dramaturgie in Verbindung gesetzt wird. Das „Verborgene“ der Gestalten gepaart mit einer qualitativ hohen Spielweise macht die Band seit längerem zu einem Geheimtipp. Das aktuelle Album mit gleichnamigen Namen „Carn Dûm“  wurde bereits im Jahr 2015 veröffentlicht, dennoch kann man sagen, dass sich die einzelnen Titel enorm weiter entwickelt haben. Schon nach wenigen Minuten überzog mich eine Gänsehaut. Nicht nur die monumentalen Klänge sind enorm fesselnd, sondern auch der Gesang von Frontmann Khamûl wird extrem packend und emotional vorgetragen. Großartige Show mit viel Gefühl und Spirit. Klasse!

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt wird die Bühne mit einem Altar, Kerzen und Schädeln bestückt. Man muss sich nicht länger Fragen, wer nun gleich spielen würde. CHAOS INVOCATION sind immer ein Garant für eine fetzige und ehrliche Show. So auch an diesem Abend in Aalen. Welch ein geniales Bollwerk bestehend aus Hass, Okkultismus und Spiritualität. CHAOS INVOCATION sind eine Band, welche von mir seit Jahren, den uneingeschränkten Support bekommen. Sie Bietern sich nicht an, sie Posen nicht, sie ziehen einfach ihr Ding durch. Obendrein haben sie sich Verstärkung gesucht. Neben Thorns (KULT, DARVAZA, FIDES INVERSA, FROSTMOON ECLIPSE, DEATHROW…) unter dem Namen Omega, ist auch  Tumulash (KULT, DARVAZA, FIDES INVERSA, BORGNE, DEATHROW…) neu mit an Bord der Band. Und die beiden Herren komplettieren das LineUp nicht nur Perfekt, sondern bereichern die Band. Geniale und packende Show.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CRIMSON MOON ist die nächste Band an diesen Abend. Die Horde besteht bereits seit 1994, allerdings ist aus der Urbesetzung lediglich Scorpios Androctonus als Kopf und Mastermind übrig geblieben. Ich selbst habe die Band nie wirklich aktiv erlebt. Im Sommer 2017 auf dem UNDER THE BLACK SUN kam ich erstmalig auf den Geschmack. Doch an diesem Abend empfand ich CRIMSON MOON weitaus stärker als auf dem UTBS. Die Stimmung war intensiv und die Spielfreude war der Band anzusehen, obwohl es kleinere technische Probleme gab. CRIMSON MOON  spielen keine neuen Ideen oder Innovationen, aber sie spielen perfekten und geradlinigen Black Metal. Das reicht aus um das Besonders herauszukehren. Toller Auftritt!!!

 

 

 

 

 

 

Nach dem Auftritt von CRIMSON MOON hat sich der Club merklich ausgedünnt. Das liegt aber nicht am Headliner MERRIMACK sondern ist wohl der Tatsache geschuldet, dass das Auftritt der Franzosen um 01:45 Uhr begann. Dass dies nach 6 Bands eine sportliche Zeit ist, hat man den Anwesenden deutlich angesehen. Aktuell haben MERRIMACK das Album „Omegaphilia“ am Start und dies präsentieren sie zu später Stunde ohne Kompromisse und Einschnitte in Qualität und Härte. Was für ein rabiater Abriss ohne Firlefanz und Rumgequatsche. Da ich noch eine Fahrt von über 3 Stunden nach Hause vor mir hatte, habe ich den Club pünktlich um vierteldrei verlassen und hab ziemlich erschöpft die Heimreise angetreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unabhängig davon, hat das „Rock It“ Team an diesem ziemlich strangen Abend ein hochklassiges und im Kern überzeugendes Billing auf die Bretter in Aalen gewuchtet: Stilistisch breit gefächert, dem entsprechend motivierend und mit 20.00 Euro definitiv im ökonomischen Wohlfühlbereich angesiedelt. Würde ich auch zahlen, wenn es letzten Endes vielleicht eine Band weniger wäre - aber das ist eher eine persönliche Randnotiz. Das Publikum war wirklich gut drauf und angenehm entspannt…

 

 

 

 

 

Bericht & Photos Varar Wallheim