Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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11.10.2017 GRIFT, MOSAIC & INFAUST - ERFURT

 

 

Folklore & Mysticism Tour 2017 - unter diesem Namen hat die Thüringer Horde MOSAIC und GRIFT bzw. Erik in Person aus Schweden einige Rituale in Deutschland organisiert. Für mich kamen diesbezüglich zwei Termine in Betracht. Zum einen das Konzert in Leipzig in einer Kirchenruine oder/und das Konzert in Erfurt im Club „From Hell“. Bedauerlicherweise konnte ich die Show in Leipzig in historischen Gemäuern nicht  wahrnehmen. So dass  ich am 11.10.2017 die Veranstaltung in Erfurt zusammen mit INFAUST besuchte. Alleine die Tatsache, dass eine Location wie eine Kirchenruine ausgesucht wurde, zeigt, dass man nicht nur stupide Black Metal Konzerte organisieren will, sondern, dass man Stilvolle und Atmosphärische Begegnungen durchführen möchte.  Finde ich wirklich gut und vor allem Niveauvoll.

 

Also besuchte ich am Mittwochabend den Auftritt in Erfurt. Bereits von Anbeginn waren im Verhältnis schon viele Gäste (ca. 50) anwesend. Für einen Wochentag war dies schon mächtig viel. Den Anfang machten INFAUST. Einigen von euch dürfte die Band bereits  aus früheren Tagen u.a. mit dem Album „Blutbad & Melancholie“ (2008) kennen. Schon damals sorgten die Thüringer für Gesprächsstoff. Nun gibt es ein weiteres Album „Verblichen“, welches in diesen Tagen über die Eisenwald Tonschiede  das Licht der Welt erblickt. Sturmglanz konnte im Vorfeld bereits rein hören und hat es für sehr hörenswert beurteilt (Review dazu wird später veröffentlicht). Wobei man viele neue und moderne Elemente darin verarbeitet. Auf der Bühne jedoch haben die 5 Herren eine enorm atmosphärische und dicht verarbeitete Substanz kreiert. Ich glaube, es gab nicht einen Besucher im Saal, welcher nicht von dieser schleppenden und dekadenten Stimmung fasziniert war. Alle Augen richteten sich auf die Bühne, die Köpfe wippten zart im Takt und nach jedem Titel gab es einen großzügigen Applaus. INFAUST sind wieder da und sind weiter gereift. Ein starker Auftritt und ein starker Auftakt an diesem Abend in Erfurt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer kurzen Pause betritt Erik von GRIFT die Bühne. Natürlich allein - obwohl der Herr mit „Arvet“ ein grandioses Metal Album veröffentlicht hat, bevorzugt er es, alleine mit einer Akustik-Show aufzutreten. Die Gründe dafür erfahrt ihr in der Ausgabe #2 in unserem Printmagazin „Der Pestbote“. Darin hat uns Erik ein ausführliches Interview über sein Leben, seine Musik und seine Zukunft gegeben. Doch zurück zum heutigen Abend. Erik verwandelt seine Black-Metal-Songs in ultra-emotionale-Alleingänge. Und dies wirkt unglaublich Sehnsüchtig - hinab zur  Melancholie in die schwedische Abgeschiedenheit. Erik schafft es in diesem Augenblick die morbide Welt zu entschleunigen und weniger chaotisch erscheinen zu lassen. Einen kurzen Moment füllt er unausgesprochene Momente mit einem unglaublichen Gefühl. Trotz der schwedischen Texte und der harten und spitzen Aussprache, fühlt man die Begebenheit einer schon immer spürbaren Bekanntschaft.  Nee, das war ganz großes Kino, abseits vom Black Metal gibt es immer noch eine musikalische Eigenheit, welche mit durchaus fasziniert und begeistert.  Erik ist trotz seines unglaublichen Aufstiegs in den letzten Jahren immer noch sympathisch und auf dem Boden geblieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Abschluss an diesem Abend machen MOSAIC. Nur ein paar Kilometer neben ihrer Heimatstadt Gotha wirkt der Abend  fast schon wie ein Heimspiel. Die Herren um Mastermind Inkantator Koura werden nicht Müde ihre Aufwendige Show zu zelebrieren. Natürlich gibt es wieder mächtig viel Equipment auf der Bühne und pünktlich zu Beginn des Rituals steigt auch die Minz-Weihrauchmischung in die Nase und natürlich auch in die Augen. Dank der großartigen Licht- und Soundanlage gibt ein Filetstück der Unterhaltung auf die Ohren.  Als MOSAIC die Bühne betreten, finden sich davor immerhin rund 50 Gäste ein. Und die werden für ihre Anreise mit einem Auftritt belohnt, der sich gewaschen hat: Einen Song brauchen die Herren, um sich warmzuspielen, und allen voran Inkantator Koura strotzt vor unbändigem Willen, (musikalisch) die Sau raus zulassen. Bereits vor einigen Jahren haben die Thüringer ihr Potential angedeutet, nun kommt es zur Entfaltung: Es ist eine Ohren- und Augenweide, wie Inkantator Koura seiner Gitarre klangliche Nuancen vom feinfühligen Anschmiegen an einzelne Töne bis hin zum brachialen Gewitter entlockt. Ich könnte ihm dabei wohl stundenlang zuhören und -gucken. Demnach wurden (fast) alle Sinne auf die eine oder andere Art stimuliert. Natürlich kennt man die Titel, trotzdem schreit man die Texte  nicht heraus, sondern genießt jeden Moment, jede Sekunde und lässt diesen eiskalten Schauer über sich ergehen.  Dieses Konzert wird noch nachklingen, wenn der graue Alltag wieder die Oberhand gewonnen hat und ich hoffe, diese Ausnahmeband bald wieder sehen zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kurzweiliger aber enorm intensiver Abend geht nach 3 Stunden zu Ende... Die Art und Weise, wie alle Künstler ihre eigenwillige wie eingängige Musik auf der Bühne zum Leben erweckt, hält die Hoffnung am Leben, dass sich beim nächsten Gastspiel mehr Musikfreunde einfinden. Wer sich für 50 zahlende Gäste so den Arsch aufreißt, hat es zweifelsohne verdient. Ein entspannter Konzertabend bei dem ich mal keinen Gehörschutz tragen musste.

 

Bericht & Photos Varar Wallheim