Black Metal Termine

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Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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29.09.2017 HÅN, KRAAKE, SEKHMET, SHAARIMOTH, THY DARKENED SHADE & HORNA

 

 

Ende September 2017 haben sich in Erfurt zwei Touren getroffen und sich zu einem kleinen Festival mit sechs Black Metal Horden verschmolzen. Im fast schon legendären Club „From Hell“ in der Thüringer Landeshauptstadt trafen sich die Schweizer HÅN, KRAAKE und SEKHMET aus Tschechien (Do Not Forget the Path Tour 2017), SHAARIMOTH aus Norwegen, THY DARKENED SHADE aus Griechenland und die Headliner des Abends HORNA aus Finnland (Saatanan riehuvat liekit MMXVII Tour). Pünktlich 18:30 Uhr ist an diesem Freitagabend der Auftakt für dieses Spektakel.

 

Den Anfang machen HÅN, welche mit ihrem Debütalbum „Facilis Descensus Averni“ (2016) bei dem deutschen Label Northern Silence Productions untergekommen sind.  Mit diesem Album im Gepäck sind sie für ihren fast dreiviertelstündigen Auftritt bestens gerüstet und gefallen mir auch richtig gut. „Facilis Descensus Averni“ besticht auf CD durch einen deutlich anderen Charakter als Live auf der Bühne. Der atmosphärische Grundtenor auf Silberling wird gegen einen deutlichen aggressiven Ton ausgetauscht. Schließlich spielen HÅN sehr sauber und schaffen es, trotz der bis zu diesem Zeitpunkt wenigen anwesenden Gästen, eine starke Energie zu versprühen. Ein gelungener Beginn für diesen Abend.

 

 

 

 

 

 

 

Der frühe Anfang an diesem Freitag führt dazu, dass viele Gäste, durch Job und/oder der umliegenden zahlreichen Staus,  erst später zum Ereignis hinzustoßen. So sind bei Band Nummer zwei schon deutlich mehr Besucher anwesend, aber richtig voll ist es noch immer nicht. Und diejenigen, welche zu spät kommen, verpassten an dieser Stelle KRAAKE. Aus meiner Sicht sind die Tschechen nach wie vor ein klarer Geheimtipp im Schlepptau von SEKHMET.  Frontmann Fjord ist deutlich von der skandinavischen Szene beeinflusst und setzt mit seinen markanten Lyrics eine Ebene. „Fram“ (2016) ist immer noch das aktuelle Album, dort  ist noch die Dame Valfarin am Mikro zu hören. Bin gespannt, wann neues Material mit Fjord veröffentlicht wird. Ein kurzweiliger und überzeugender Auftritt.

 

 

 

 

 

 

...und überhaupt hat das „From Hell“ in den letzten Jahren ordentlich aufmunitioniert. Sicherlich auch Dank der zahlreichen Punk-, Gothic- und diversen Rockveranstaltungen stehen jetzt finanziell andere Mittel zu Verfügung, um die auftretenden Bands in einem verdammt guten Licht darzustellen und mit einem Top Sound auszustatten. Davon profitieren Künstler sowohl auch das Publikum merklich.

 

Im Anschluss machen sich SEKHMET an den Start. Durch zahlreiche Gespräche im Biergarten, habe ich leider nur die Hälfte des Auftrittes erleben können. Macht aber nix, denn die Herren spielen durchaus öfters Live in unserem Breitengrad. Und dies kann man mit Gewissheit sagen, durch die zahlreichen Auftritte sind SEKHMET eine enorm professionelle Band geworden. Die Bühnenshow scheint bis ins Detail durchorganisiert zu sein und die Abstimmung innerhalb der Band scheint nahezu perfekt zu harmonieren. Wieder einmal ein Klasse Show. Nicht umsonst spielen SEKHMET im November 2017 als Supporter in einigen östlichen Städten im Vorprogramm von GORGOROTH. SEKHMET sind immer ein Garant für durchschlagenden Black Metal mit Emotionen und Qualität.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies war der erste Teil der beiden zusammengelegten Touren. Den Beginn des zweiten Teils an diesem Abend und vor einer mittlerweile gerammelt  vollen Bude machen SHAARIMOTH.  Beschäftigt habe ich mich im Vorfeld mit den Norwegern nicht, aber allein der Name ist ein mächtiges Instrument. Dementsprechend bekommen die Anwesenden richtig ordentlich einen vor den Latz geballert, die rüpelhafte Mischung aus Black und Death Metal gleicht im Kontrast zu den Vorgängern einem gepflegten Schlag in die Nieren.  „Hail Satanas“ droht es zu Beginn lautstark aus den Box… SHAARIMOTH machen ihre Sache brutal wie leidenschaftlich und setzen im Gesamtgeschehen einen guten Kontrapunkt. Der muskulöse Frontmann röhrt ins Mikro und zeigt mit seiner abstoßenden Mimik den Gefühlszustand der gesamten Horde. Der Sound ist fett und reiserrisch. Von melancholischer Einsamkeit in den romantischen Fjorden Norwegens ist hier nix zu merken. Von der ersten Sekunde an sprüht die Energie in den Saal, Frontmann  Rune steht wie ein Monolith und macht allen Anwesenden vor, wie abstoßend  und brutal man wirken kann, aber auch der Rest der Truppe ist voll bei der Sache. Totaler Abriss bis nach 45 Minuten der Hammer fällt. Möglicherweise ist dies dem Einen oder Anderen zu viel der Härte und ein großer Teil des Publikums verkrümelte sich in den Biergarten des Clubs. Trotz der innenliegenden Hitze hielt ich aber aus und versuche SHAARIMOTH zuzuordnen. Mächtiges Bollwerk!

 

 

 

 

 

 

 

So richtig Aufmerksam auf die Truppe  THY DARKENED SHADE bin eigentlich erst in diesem Jahr geworden - mit der Split-Veröffentlichung zusammen mit ABIGOR, NIGHTBRINGER und MORTUUS. Und das, obwohl die Griechen bereits seit 1999 im Okkult-Black-Metal-Underground herum eiern. Ansagen sind fehl am Platz, noch nicht einmal der Bandname wird erwähnt. Wie an einer Schnur spielen die Black Metaller ihr Set herunter. Zwischen Raserei und extrem langgezogenen, kriechenden Parts wird angenehmem variiert, jedoch wird kaum ein Besucher dabei animiert sich zu bewegen. THY DARKENED SHADE verkörpern in diesem Rahmen alles, was mich in der Vergangenheit zu oft an Black Metal gelangweilt hat: Reine Reproduktion von Klischees und Genrestandards ohne einen Funken eigener Ideen. Und genau so wird auch das Set. Nur mittelmäßig motiviertes Standardgepose und einer sehr mittelmäßigen Stimmung unter den Anwesenden. THY DARKENED SHADE machen nichts Grundlegendes falsch, aber sie bieten auch nichts, was den Hörer lange bei der Stange hält. Und so stellen sich die über 60 Minuten Spielzeit als eine echte Herausforderung dar.  Am Ende gibt’s Anstandsapplaus und die Musiker wirken beim Verlassen der Bühne, als sei ihnen klar, dass sie heute Abend nicht die erste Geige gespielt haben. Anders als auf ihren Tonträgern, da überzeugen THY DARKENED SHADE nahezu komplett.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun kommt ein Highlight. Und was für eines. Nicht nur musikalisch sind HORNA allererste Sahne, sondern auch optisch bieten sie den wohl beeindruckendsten Auftritt. Theatralik in Reinform pflegen die Finnen sind so elegant wie verstörend. Auch vom Mischer bekommen HORNA einen feinen Sound beschert und mit ihrer kraftvollen, rotzigen und melodischen Musik sind sie eindeutige Gewinner dieser Veranstaltung. Sie schaffen es mit einer von vorne bis hinten brillanten Performance, das Publikum für sich einzunehmen und werden auch entsprechend abgefeiert. HORNA büsen bei ihrer Professionalität ihren Undergroundstatus nahezu komplett ein und liefern heute erneut einen sehr runden und gelungenen Auftritt ab. Drauf geschissen… Klassisch finnische Räudigkeit, die sich im einen oder anderen Hit manifestiert, genau das ist es, was man von ihnen erwartet. Dabei zocken sie sich durch die eigene Bandgeschichte,  nichts von dem, was sie machen, zeigt irgendwelche Schwächen. Gleichzeitig wird auf diese Tour die neue Splitveröffentlichung zwischen HORNA und PURE "Kuolleiden Kuu" vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

Wieder einmal fahre ich begeistert nach Hause. Gute Organisation… gute Abend…, viele bekannte Gesichter…

 

Hier könnt ihr alle Bilder bequem herunterladen!

 

Bericht & Photos Varar Wallheim