Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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02.09.2017 NECROTIC FLAMES OF WAR IX

 

 

02.09.2017 Die Open Air Festival Saison geht nun langsam zu Ende und die Konzerte in den Clubs nehmen nun langsam wieder Fahrt auf. Den Anfang im September macht der Metal Club Gleisberg in Löberschütz nahe Jena. An diesem, schon herbstlichen, Tag spielten dort die Polen MORDHELL, BEATEN VICTORIOUSES aus Berlin, CHOTZÄ aus Bern und BURKHARTSVINTER aus Süddeutschland.

 

Bei so vielen Leckerbissen habe ich die Anfahrt früh angetreten und bin pünklich am Club "Gleisberg" angekommen. Schon bei der Ankunft und der knappen Parkplätze war abzusehen, dass mehr Gäste als sonst, dieses Event besuchen. Beim betreten des Saales treffe einige bekannte an und nach kurzer Zeit, nicht ganz pünklichlich, betreten BURKHARTSVINTER sie Bühne. Das die Herren schon seit einiger Zeit und besonders mit ihrem aktuellen Album "Burkhardsmal" zum Geiheimtipp gehören, ist wohl im Saal nur den wenigsten bewusst. Der Sound der Band erweist sich, schon nach kurzem Hören, als eiskalt, schleppend und nordisch. Dabei drängen sich die Namen einiger finnischer Black Metal Bands geradezu auf, denn nicht nur akustisch erinnern BURKHARTSVINTER ungemein an Bands wie BEHEXEN, HORNA oder SARGEIST. Nach über einer Stunde Spielzeit kann man durchaus von einen gelungenen Auftritt sprechen, nicht mehr und nicht weniger, so ist der abschließende Eindruck.

 

 

 

 

 

 

 

Direkt nach BURKARTSVINTER werden die Nerven auf die Probezeit gestellt, da sich die Berlin/Iraner BEATEN VICTORIOUSES mit fast einer Stunde Umbaupause eine langen Soundcheck gönnen. Und so war es dann auch schon wieder 22:00 Uhr als die ersten Klänge der Band aus den Boxen hallen. Weniger theadralisch als auf dem diesjährigen UNDER THE BLACK SUN spielt das Trio ihr 40zig-minütiges Set herunter. Musikalische Gnadenlosigkeit... zwar kommt das Material nicht ganz so facettenreich rüber wie auf dem aktuellen Album, aber das liegt auch teilweise am mittelmäßigem Sound.  Dennoch beeindrucken BEATEN VICTORIOUSES durch die totale Schwärze und rohe Gewalt, die sie im Gleisberg, vor ca. 40 Leuten, entfesseln.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun wechseln wir in rockigere Gefilde über. CHOTZÄ aus der Schweiz stehen an und sie wollen uns mit abgefuckten Black Metal eins vor die Rübe geben. Und schon der erste Eindruck stimmt mich begeistert. Das sich die Herren über ihr Bühnenoutfit, Benehmen und Auftreten keinen Kopp machen, werden wir in den nächsten Minuten noch ausführlich erleben. Der Sound von CHOTZÄ entpuppt sich als gut, anfänglich ein wenig dumpf, wird aber im Laufe des Gigs besser. Die Herren schaffen es von der ersten Minuten an, dass Publikum nach vorn zu ziehen und zu begeistern. Diejenigen, welche gelangweilt herumstehen, bekommen mit wilden Attacken ordentlich aufs Brett. Hier werden keine Gefangenen genommen, sondern ein Sound produziert, der direkt den tiefsten Schlünden der Hölle zu entspringen scheint.

 

 

 

 

 

Die Schweizer hauen der Hörerschaft, in Berner Mundart, ein unerbittliches Geballer um die Ohren, das von abgrundtiefen und verhallten Vocals garniert wird. Musikalische Gnadenlosigkeit, du hast einen neuen Namen! Frontmann Szivilizs springt herum, kotzt, onaniert, sult sich auf den Boden, schmeißt mit Flaschen umsich und lässt langsam die Klamotten fallen. Was das Ganze soll, erschließt sich mir zwar nicht unbedingt, aber es passiert etwas Spanndes... Nun fallen die Hüllen komplett und auch der Gitarist lässt jetzt die Eier atmen... Hehe, was für eine Orgie und Gemetzel, kein Wunder, dass die Show erst ab 18 Jahren tituliert wurde. Großartiges und chaotischer Auftritt mit viel Platz für Interpredation. Fucking Black `N` Roll - ein Set, nach dem man sich erstmal setzen muss. Für Ende des Jahres ist auch das aktuelle Album "Bärner Bläck Metal Terror" auf Vinyl angekündigt - natürlich unter anderen bei Sturmglanz Produktionen.

 

 

 

 

 

 

Und wenn einmal mit angeschwärztem Metal angefangen wurde, dann darf man auch gerne so weitermachen. Auf dem Programm steht niemand Geringeres als eine hässliche Band mit dem Namen MORDHELL. Noch habe ich die Polen Live nie sehen können... so ist es dann auch nur folgerichtig, das ich den Auftritt genieße. Die Fangemeinde bekommt eine reichliche Portion dreckigen Groove. Damit sind sie nach CHOTZÄ die zweite Band an diesen Abend, die ihren Show mit besonderen Interaktion ausgarniert. Die Band selbst ist in positivem Sinne routiniert und zockt ein gut gemischtes Set, bei dem jedoch der Kontrapunkt aka. Sound etwas humpelt: Wer auf Albumqualität oder vergleichbar beseelte Performance spekuliert hat, kann mit dem Gebotenen heute leider nur bedingt warm werden. Für mich ein minimal gespaltener Headliner, der beim Gros der noch Anwesenden jedoch recht gut abschneidet.

 

 

 

 

 

Auch wenn die absolute Zahl an Besuchern nicht sonderlich eindrucksvoll sein dürfte, war die Stimmung im gut gefüllten Saal doch mehr als nur ordentlich. Und die Kombination von CHOTZÄ, die für mich zu den interessantesten Vertretern des gegenwärtigen Black Metal gehören, und BURKARTSVINTER war mehr als nur gelungen. Zwar war der Abend nicht übermäßig lang, doch es hat nichts gefehlt. Und nach zwei derartigen Gewaltausbrüchen hätte eine fünfte  Band meine Aufmerksamkeit auch nicht mehr sonderlich fesseln können. Deshalb spreche ich dringende Empfehlung aus: Alle Bands an diesen Abend sind mehr als nur sehenswert.

 

Bericht & Photos Varar Wallheim