Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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25.03.2017 AD HOMINEM, STAHLFRONT & CAMULOS

 

"Wir erwarten einen geilen Bericht" - das waren die letzten Worte am Sonntagmorgen, nach einem langen und erstaunlich guten Konzertabend. Neuschwabenland Konzerte haben wieder eingeladen. Ein Konzert der besonderen Art und ein echtes DejaVu-Erlebnis erwartete die sehr zahlreich erschienen Black- Metal-Freunde am Samstag, dem 25. März 2017, im irgendwo im Osten Europas. Ziemlich lange schon war dieses Konzert in dieser Zusammenstellung angekündigt, aber wohl nur ein Bruchteil hat tatsächlich daran geglaubt, dass es wirklich standfindet. Die Bandliste liest sich wie folgt: AHNENERBE, CAMULOS, STAHLFRONT und AD HOMINEM - wie AD HOMINEM?  Ja, AD HOMINEM auf deutschen Boden!

 

 Los ging es an diesen milden Frühlingsabend mit AHNENERBE. Die Band sprang kurzfristig für NECROCHRIST SS ein, dessen Absage auf ein Kommunikationsproblem zurück zu führen war. Der große Saal war von Anfang an gut gefüllt und die Stimmung entspannt. Während des Einlasses wurde noch kräftig am Sound gefeilt und gebastelt. Irgendwann gegen 21.00 Uhr ging es dann endlich los. Überwiegend spielen die drei Herren Pagan Black Metal mit deutschen und hymnischen Texten. Und das sagt wohl auch dem Großteil des Publikums zu, da die sich die Stimmung weiter gut entwickelte.  Der Sound war anfänglich weit unter der Gürtellinie, wurde aber im Laufe des Auftrittes etwas besser. AHNENERBE haben eine Titelstruktur, welche sehr zugänglich ist und damit auch im Ohr hängen bleibt. Zu guter letzt war auch irgendeine Coverversion mit den Textpassagen „Wotans schwarzem Haufen“ einer bekannten Band vertreten, der ein durchaus passendendes Instrument war, um die Stimmung weiter anzuheizen. AHNENERBE hat an diesem Abend einen guten Job gemacht und bleibt in Erinnerung. Bin mal gespannt, ob es mittelfristig auch neues Material auf einem Tonträger gibt.

 

 

 

 

 

Schon vor ein paar Monaten haben CAMULOS, vor einer beachtlichen Zahl an Zuschauern, die Hütte in Schutt und Asche gelegt. Nun heißt es an diesem Abend, ein weiteres Mal ordentlich nachzutreten. Mit allen ihren Veröffentlichungen haben sich die Sachsen einen Kultstatus erspielt und werden auch an diesem Abend begeistert aufgenommen. In einfarbiges, dunkel eingestelltes Licht gehüllt, entfacht der rohe, derbe Sound eine eindringliche Wirkung und man fühlt sich von dem mächtigen Inferno direkt zu Anfang ein bisschen überrollt. Frontmann Nazgul  schreit, brüllt, gröhlt und leidet sich mit Inbrunst durch die eingängigen, wirklich gut rockenden Songs seiner tight aufspielenden Band und das Publikum grölt begeistert mit.  Lediglich der Sound macht der ganzen Sachen erneut einen Strich durch die Rechnung. Doch die Herren kämpfen sich durch. CAMULOS gehören ganz sicher zu den interessantesten und eigenständigsten Bands, die im deutschsprachigen Raum in Sachen Black Metal unterwegs sind. Zwar waren heute wirklich alle auf ihrer Seite, doch der Sound hat ihnen leider keinen Gefallen getan. Umso mehr freue ich mich darauf, diese Band hoffentlich bald wieder sehen zu dürfen.  Aufgrund von Indizierungsgründen kann ich hier die Tracklist nicht abdrucken, aber eins sei gesagt, es war ein Fest.

 

 

Und so schnell ist man dann auch schon beim zweiten Headliner STAHLFRONT angelangt. Grade in dieser Region hier  ist die Band öfters Präsent, wenn sie allerdings so in Form sind wie heute, dann kann man eigentlich gar nicht genug bekommen. Darüber wie gut die einzelnen Mitglieder aufeinander eingespielt sind und die Qualität des Songmaterials muss man eigentlich schon keine Worte mehr verlieren, sprich: STAHLFRONT sind so gut wie immer. Alles wirkt routiniert und doch ist die Band noch mal deutlich mitreißender als sonst. Das liegt zu einem an den vor Spielfreude berstenden Musikern und zum anderen an der militanten und theatralischen Aufmachung. Es grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit etwas zu einem STAHLFRONT-Auftritt zu schreiben, ohne zu erwähnen, dass sie eine der besten Livebands der Szene sind. Der Todesengel gibt natürlich wie immer Vollgas - wobei das wahrscheinlich selbst dann im Vergleich zu anderen Frontmännern noch so wirken würde, wenn er mal nur die Hälfte seines Potentials ausschöpft. Ansonsten sind alle Live-Mitglieder ein Blickfang auf der hohen Bühne, da auch die restliche Gitarrenfraktion hochmotiviert wirkt.  Angesichts der nie stillstehenden Musiker und des düsteren Lichts rauft der Fotograf sich zwar die Haare, dafür geht das Publikum komplett steil und feiert die Band auch weiterhin mit Sprechchören ab. Einzig der mittelmäßige Sound gibt Anlass zur Kritik, das ist allerdings zu verschmerzen, da es ansonsten wirklich überhaupt nichts zu meckern gibt. STAHLFRONT sind und bleiben live eine Bank.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch von AD HOMINEM erwartet man Perfektion, von AD HOMINEM bekommt man Perfektion. Es gehört schon eine ordentliche Portion Mumm dazu, die französische Band in unseren Breitengrad einzuladen. Doch so abgedroschen es klingt, sie sind stärker und mächtiger als je zuvor. Ich sehe die Herren erstmalig mit einem Club-Gig. Ansonsten haben ich sie Live nur in einer Freiluft-Atmosphäre erleben dürfen. Was macht die ganze Sache anders? Natürlich die Atmosphäre und Intensität. Das aktuelle Album "ATITHEIST" bietet einen um neue Einflüsse erweiterten Querschnitt durch das bisherige Schaffen der Band und ist deshalb ein Meisterwerk geworden. Zudem wartet es wieder verstärkt mit Black-Metal-Einflüssen auf, was sich wiederum in der Setlist des Abends niederschlägt. Neben ein paar  Tracks vom aktuellen Album gibt es eine Reise durch so gut wie alle Alben der nicht gerade kurzen Diskografie der Franzosen, so dass wirklich für jeden Anhänger etwas dabei ist. Nach dem langen Geräusch-Intro geht es erwartungsgemäß mit einem mächtigen Paukenschlag los. So war es Anfänglich ein verhaltenes Verhältnis zwischen Zuschauern und Band, wurde aber während der Spielzeit immer intensiver. Die herablassende Art des Kaisers ist eine würdevolle Darbietung seiner Musik und macht in diesem Zusammenhang auch das Kernimage von AD HOMINEM aus. Auch das Publikum stellte sich anfänglich auf eine sehr distanzierte Art ein, wurde aber später auch lässiger. Die Stimmung ist erdrückend, fast so als trüge man die Wut der gesamten Welt für die Dauer der Show allein auf seinen Schultern. Die Umsetzung der Songs ist brutal und so ist der Hörer schnell geneigt auszurasten. Apropos Spät. Die Herren spielten um 01.00 Uhr auf, doch aufgrund der Zeitumstellung wurden die letzten Akkorde erst um 3:30 Uhr beendet. Zu diesem Zeitpunkt hat auch ein Teil der Besucher die Location verlassen, so dass zu diesem Zeitpunkt wirklich nur noch die wahren Anhänger von AD HOMINEM zu gegen waren. Der Diktator hat gesiegt: Mächtig & extrem Geil!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit: Resümierend lässt sich von einem absoluten Konzerthighlight mit einzigartigem Billing und bewegenden Performances sprechen - die volle Breitseite Hass, Wut und Fuck-You-Offensive, noch dazu für einen recht schmalen Taler. Bitte mehr davon! Tolle Organisation und Neuschwabenland Konzerte haben erneut Eier bewiesen.

 

Bericht & Photos Varar Wallheim