Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

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26.02.2017 ASKEREGN, INFERNO & KZOHH - Erfurt

 

Bei frühlingshaften Temperaturen ging es am 26. Februar 2017 wieder einmal nach Erfurt. Schon seit längeren hatte im Club "From Hell" keine nennenswerte Black Metal Veranstaltung mehr stattgefunden.  Die Reise sollte sich demnach lohnen... Im Rahmen der INFECTION ACT Europa Tour 2017 kamen an diesem Sonntagabend drei Bands zusammen, welche in letzter Zeit gar nicht, noch nie oder nur sehr selten die Bühnen betraten. Die Rede ist von ASKEREGN, INFERNO aus Tschechien sowie KZOHH aus der Ukraine. Zugegeben, für mich war der eigentliche Grund das Gastspiel von INFERNO.

 

Überraschender Weise war der Club zu diesem Zeitpunkt bereits gut gefüllt und viele bekannte Gesichter warteten ungeduldig auf die ersten Töne. Die Aufgabe, den Abend zu eröffnen, hat die Horde ASKEREGN und auch, wenn ich die Band schon öfters gesehen habe, freue ich mich umso mehr, pünktlich da zu sein. Denn die drei Herren und die Dame am Mikro spielen satanischen Black Metal der alten Schule, der von Beginn an zündet. Natürlich hatte Frontfrau Belial wieder bekannte Gastmusiker am Start, darunter aktive und ehemaligen Mitglieder  von SEKHMET. Obwohl das Material des noch immer aktuellen Albums "Aschregen"  weit mehr als 5 Jahre auf dem runzligen Buckel hat, zünden die Titel noch immer erfrischend. Dazu dürfen ASKEREGN ihre Songs bei einem satten und klaren Sound präsentieren. Als das Set vorbei ist, ist die Stimmung schon blendend, bei solch einem Einstieg in den Abend sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Einzig die Ansagen zwischen den Titeln... aber reden wir nicht drüber...

 

 

 

 

 

 

 

Ein stilistischer Bruch steht an, denn nach der Umbaupause betreten KZOHH aus der Ukraine die Bühne. Mumienhaft in alten Lumpen und Masken verhüllt und drei Vollalben im Gepäck betreten die Herren gemächlich die Bühne und beginnen ohne großes Federlesen einen Frontalangriff auf das Publikum. Der Sound von KZOHH kann als depressiv, boshaft, emotional und abgestumpft bezeichnet werden. Unterstrichen wird dies durch die im hohen Maße effektuierten Vocals, die vor lauter Hall und Delay vollkommen unirdisch klingen. Die Ukrainer stellen den technischen Aspekt nicht in den Vordergrund, sondern bieten vor allem tiefdröhnende einfache Riffattacken und diabolisches Gekreische, was den Anwesenden offensichtlich mundet. Die Blicke gerichtet auf die Bühne, bisweilen schauen die Besucher gespannt, was wohl als nächstes passieren wird. Nahezu regungslos stehen die beiden Gitarristen links und rechts an der Bühne, während sich Sänger Zhoth immer wieder auf dem Boden wälzt - dies wurde auch jeweils mit einer pfeifenden Rückkopplung des Mikrophons quittiert.  Es ist erstaunlich, wie hoch das Maß der Anerkennung seitens des inzwischen reichlich vertretenen Publikums für eine letztlich recht unbeleckte Band ist. Am Ende bleibt das Gefühl, dass wir von KZOHH in Zukunft bestimmt mehr hören werden. In dieser Form hatte ich die Band nicht auf dem Schirm - intensiv, atmosphärisch und in einer perfiden Form unreal. Einziges Mango, die Herren haben im „normalen Outfit“ ihre Instrumente auf der Bühne eingestimmt, dies könnte einen möglichen Mythos bereits im Vorfeld das Genick brechen. Schade, etwas mysteriöser - und die Aufmerksamkeit steigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun geht es ein weiteres Mal in östliche Gefilde, genauer gesagt nach Tschechien, denn von dort kommen INFERNO. Die fünf Herren haben bereits mehr als einmal unter Beweis gestellt, wie gut sie als Live-Band sind. Mit unzähligen Veröffentlichungen gehören sie beim heutigen Programm schon fast zum alten Eisen und genau so professionell ist auch ihr Auftritt. INFERNO wissen, wie man Riffs schreibt, Songs dramaturgisch aufbaut und dabei auch noch reichlich Energie versprüht. Nach den beiden vorangegangenen Bands ist ihr schwarzer Sound schon fast eine Oase der Zugänglichkeit. Dazu gibt es noch eine Nummer, die offensichtlich neu ist und die ein wenig aus dem Rahmen fällt. Durch ihre teilweise langsamen und andächtigen Passagen nutzen sie ein leicht anderes Fahrwasser als die beiden Vorgängerbands. INFERNO sind eine der spannendsten Bands in diesem Genre, live sind sie eine echte Macht und schaffen es wieder einmal derart zu überzeugen.  Aktuell steht ein neues Album mit dem Namen "Gnosis Kardias (of Transcension and Involution)" an, welches über W.T.C veröffentlicht wird - ich freu mich jetzt schon auf die nächste Gelegenheit, die Herren zu sehen. Grundsätzlich gibt es aber sicher Gesprächsbedarf, um den Wandel zwischen radikaler Black-Metal-Spielart aus einer vergangenen Zeit zur jetzigen okkulten Darbietung und Einstellung zu deuten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer hätte gedacht, dass das olle Erfurt an diesem Sonntag einen solchen grandiosen Konzertabend hervorbringt. Selbst die kritischsten Besucher  konnten diesem Abend  etwas abgewinnen. Und sei es nur für neue Kontakte. Die Lichtanlage im "From Hell", dass muss man mal erwähnen sagen, ist wirklich genial geworden und lässt die Bands in einem hervorrangendem Ambiente in Erscheinung treten. Welche Toleranz mittlerweile auf solchen Musikveranstaltungen herrscht, erkennt man daran, dass man nur noch ein müdes schmunzeln übrig hat, wenn Besucher mit weißer Jacke, Basecap einem Club Mate in der linken und das Handy in der rechten Hand auftauchen - Black Metal  2017.

 

Bericht & Photos Varar Wallheim