Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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16.12.2016 - 17.12.2016 DE MORTEM ET DIABOLUM 2016

 

 

16.12.2016 - 17.12.2016 DE MORTEM ET DIABOLUM Vol. II im Postbahnhof in Berlin. Die Hauptstadt war an diesem Wochenende erneut Zentrum von sehr guten Veranstaltungen. Doch nicht nur im Black Metal Blickwinkel, sondern auch über den Tellerrand hinaus. Neben zwei Konzerten der Deutsch-Rock-Combo BÖHSE ONKELZ gab es auch im Nuke Club eine Tanzveranstaltung mit den Thüringern EISREGEN. Dennoch fiel die Wahl auf das jährlich sattfindende Festival DE MORTEM ET DIABOLUM im Postbahnhof Berlin.

 

Also, kurz vor knapp noch eine Hotel in unmittelbarer Nähe des Clubs gebucht und dann am Freitagmorgen ab ins kalte Berlin. Der Postbahnhof ist eine Veranstaltungslocation, welcher man dem Gebäude nicht gleich ansieht, dass darin Konzerte stattfinden. Auch ein passender Parkplatz auf dem verdreckten Gelände musste neben KAYAK und ZALANDO erst einmal gefunden werden. 16:00 Uhr war der angekündigte Einlass, das hat aber schon mal nicht geklappt. Eine viertel Stunde später wurde man dann endlich aus der klirrenden Kälte befreit und die Eingangstür öffnete sich. Und bereits ein paar Minuten später fing auch die erste Band an zu spielen. Die Rede ist von WITCH RITUAL. Die junge Band aus Berlin spielen okkulten Doom Metal mit einer Frontfrau, welche mit ihrer zarten Gesangstimme erst einmal das Black Metal Publikum aufhorchen ließ. Schwere Riffs und mächtiges Schlagwerk ließen auch die Härtesten zur Bühne gehen. Ja, in der Tat, das war ein angenehmer Auftakt für das DE MORTEM ET DIABOLUM 2016. Wirklich warm war es allerdings auch im Gebäude nicht. So machte es auch nur wenig Sinn, die Jacke an der Garderobe für 2 Euro abzugeben. Auch der abendliche Toilettengang musste sorgfältig geplant sein, da jeder Gang mit 50 Cent zu Buche schlug. Und wirklich sauber waren die Toiletten nicht. Da half es auch nicht, dass die Klosteine in der Pissrinne sorgfältig aufgestapelt waren.

 

 

 

 

 

 

 

Als nächstes waren die Polen OUTRE an der Reihe. Jetzt gab es erstmals an diesem Abend eine Portion Black Metal um die Ohren. Die Band habe ich nicht wirklich auf dem Schirm. OK, sie spielen jetzt keinen bahnbrechenden Black Metal, aber grundsolide gelingt die musikalische Beschallung recht gut, nur bei der Performance gibt es Optimierungspotenzial. Obwohl ihr Material eine gelungene Mischung aus Aggressivität und Melodik bietet, wirken die Musiker ein wenig steif und verlegen, was sich besonders beim Frontmann negativ bemerkbar macht. Und so bleiben OUTRE mit einem respektablen Set ein wenig hinter den Erwartungen zurück.

 

 

 

 

 

 

Von den Besuchern wohl schon Sehnsüchtig erwartet: ONE TAIL, ONE HEAD. Kein Wunder, wenn man weiß, wer alles hinter dieser Band steckt. So spielen die Herren unter anderen noch bei Behexen, Aptorian Demon, Black Majesty, Mare und, und, und... Und so beginnt das Prime Time Programm dieses abends schon relativ zeitig. ONE TAIL, ONE HEAD konnten sich schon mehrfach auf Live-Veranstaltungen beweisen, heute jedoch wurde dies noch einmal deutlich unterstrichen, was für eine großartige Liveband sie sind. Obwohl der Mann am Mischpult zu Beginn des Sets noch nicht ganz den Ton traf. ONE TAIL, ONE HEAD lassen sich von so etwas aber nicht beirren und beweisen zusammen die ganze Klasse dieser Band. ONE TAIL, ONE HEAD entfesseln eine brachiale Energie und besonders Frontmann Luctus ist eine perfekte Verkörperung des Bösen. Völlig begeistert von einem tollen Set der Norweger erwarten wir, was der Abend noch so bringen mag.

 

 

 

 

 

 

 

 

Allein am Aufkommen der entsprechenden Shirts zeigt sich deutlich, dass VALKYRJA heute von vielen erwartet werden und auch ich bin ausgesprochen neugierig, was es denn mit dieser Band auf sich hat. Nach allem, was ich bislang musikalisch von ihnen mitbekommen habe, hat diese Truppe schon das ein oder andere Brett vom Stapel gelassen. Und so warten wir gespannt mit einer beträchtlichen Spannung auf das Set. Als neuen Frontmann haben sich die Schweden RSDX geholt, welcher bereits ausführlich mit Hell Millitia und Weltbrand in Verbindung gebracht wird. Wie soll das funktionieren? Es funktioniert großartig! Ihr Material bieten sie mit Leidenschaft dar, was das Publikum zu schätzen weiß. Auch vom Mischer bekommen VALKYRJA einen feinen Sound beschert und mit ihrer kraftvollen, mystischen und melodischen Musik sind sie eindeutige Gewinner dieser Veranstaltung. Sie schaffen es mit einer von vorne bis hinten brillanten Performance, das Publikum für sich einzunehmen und werden auch entsprechend abgefeiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Komplett aus der Reihe tanzten an diesen Freitagabend die polnische Post-Black-Metal-Band OBSCURE SPHINX mit einer Frontfrau am Mikro, welche durch diverse Gesangseinlagen gnadenlos ausrastete. Man muss es schon mögen, die Riffs liegen dem Hardcore sehr nah und die ganze Darstellung reist die Atmosphäre aus dem Kontext. Mir hat es nicht gefallen und so habe ich meine ersten 50 Cent in den ersten Toilettengang investiert.

 

 

 

 

 

Auch mit dem folgendem Duo hält sich bekanntermaßen meine Begeisterung in Grenzen. BÖLZER hielten Einzug. Die beiden Schweizer haben gerade ihr erstes und einziges Album mit dem Namen "Hero" veröffentlicht. Dementsprechend bekamen die anwesenden Besucher ordentlich einen vor den Latz geballert. Obwohl jeder Titel nahezu gleich klingt, erkämpfen sie sich mit jedem Riff einen gepflegten Schlag in die Nieren. BÖLZER machen ihre Sache routiniert und setzen im Gesamtgeschehen einen guten Kontrapunkt. Nur eines zeigt sich bei ihrem Set wieder einmal. Wenn man live mit nur einer Gitarre auf der Bühne steht, dann wirkt der Gesamtsound schnell etwas dünn.

 

 

 

 

 

Nach zwei Bands, welche nicht unbedingt meine Favoriten waren, kam die ultimative Steigerung in Form von BATUSHKA. Auf keine andere Band passt folgender Satz besser als auf BATUSHKA: "Auf einmal waren sie da". Man kann es sehen wie man will, aber die polnische Zusammensetzung hat es geschafft, meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das erste aufwendige Album "Litourgiya" hat die Eigenschaft, dass es Live ein wahrer Genuss ist.  Die Bühne wurde aufwendig ausdekoriert. Die Gesangsparts wurden immer wieder untereinander abgestimmt und eingestellt. Nach knapp 45 Minuten Umbaupause war es dann soweit: BATUSHKA betreten die Bühne. Gewaltig und mächtig zeigen sich die Herren verhüllt und getaucht im roten Licht. Der Sound ist perfekt und das Ritual nimmt seinen Lauf. Es macht den entscheidenden Unterschied, ob eine Band bedingungslos Bock darauf hat, auf der Bühne zu stehen oder nicht, ganz egal, wie die Spieltechnik ist. Von der ersten Sekunde an sprüht BATUSHKA die Energie in den Saal, und machen allen Anwesenden vor, wie gemächlich und dennoch brutal man eigentlich eine Show abziehen kann. Dass BATUSHKA mit ihrem orthodoxen Black Metal natürlich noch die ein oder andere Melodie in petto haben, die aktivierend wirkt, ist nicht nur nettes Beiwerk, sondern entscheidend. Absolut begeistert und geflashed stolpere ich die 500 Meter in das Hotel und begebe mich zufrieden in mein Nachtquartier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer ausgiebigen Sightseeing Tour an die Machtzentralen Berlin`s, begann der zweite Festival Tag mit einer Stunde Verspätung.  Dies wurde putziger weise mit einem beschrifteten Pappteller an der Eingangstür verkündet. Der zweite Tag steht unter einem deutlich "härterem Zeichen".  Also hatten THORYBOS ihren Festivalauftakt gegen 16:15 Uhr. Wie immer waren die Herren ein Abriss-Kommando par excellence. Knapp 30 Minuten gepflegtes Fresse polieren.  Auch für den ungeübten Hörer zündet das sehr eingängige Material sofort und die brutale und fiese Performance tut ihr Übriges. Es beweist ein klasse Gespür der Veranstalter, diese Band gebucht zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

Eine mir unbekannte Band sind CULT OF ERINYES. Wirklich viel kann ich dazu nicht sagen, außer: dass das Material ordentlich zündet. Dieser Auftritt hat mich wirklich überzeugt und  schreit nach mehr, doch nach rund 45 Minuten ist der Spaß leider schon wieder vorbei.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Heimspiel hatten an diesem Abend die Okkult-Rocker ALBEZ DUZ. Das Konzept funktioniert ziemlich gut, oder die anwesenden Leute kennen die Berliner bereits ziemlich gut. Besonders gut gefallen mir ihre Stücke, die einen gewissen Anteil Power Metal besitzen, und das Publikum scheint mir zuzustimmen. Abwechslungsreich und sauber gespielt konnten die Herren und eine Dame um Frontmann Alfonso die Festivaltauglichkeit dieser Band bestens unter Beweis stellen.

 

 

 

 

 

 

DARVAZA waren im Anschluss auf der Bühne. Auch hier hatte ich keinen Dunst was mich hier erwartet.  Doch was ist das? Wow. Absolute geil. Irgendwie hängen hier die Musiker von ONE TAIL, ONE HEAD, FIDES INVERSA, DEATHROW und BEHEXEN zusammen. Und das Ergebnis hat mich begeistert, sodass ich mir direkt im Anschluss einen Silberling der norwegisch/italienischen Kapelle besorgt habe. Dort kann man zwar nicht die geballte Livemacht spüren, aber die saubere und klare Produktion lässt mir das Wasser im Mund zusammen laufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter ging es mit den Griechen DEAD CONGREGATION. Nie hat man einen perfekter abgemischten Livesound gehört als in diesem Augenblick. Der gesamte Auftritt ist charismatisch, brutal und präzise. Ohne irgendwelches rumgequassel prügeln uns die Herren einen schwarzen Fundus an Song aus den letzen 12 Jahren auf die Lauschlappen. Ihr energiegeladener Mördergroove fegt jetzt feurig und ohne faule Kompromisse durch die Halle, der Sound ist wahnsinnig fett und die Riffs kommen darin wunderbar dreckig und bizarr rüber. Eine großartige Bühnenshow erwartet man hier nicht, dass brauchen die Herren auch nicht.

 

 

 

 

 

Ich hätte es zwar lieber gesehen, wenn ARCHGOAT als Headliner spielen würden, doch der Platz davor ist auch nicht schlecht. Natürlich kann man heute nicht erwarten, dass sie wie beim letzten Auftritt zusätzlich die komplette "The Apocalyptic Triumphator" spielen würden, doch die Setlist ist trotzdem nicht schlecht und der Schwerpunkt liegt dennoch auf dem besagten Album.  Beim darauffolgenden "Nuns, Cunts & Darkness" und "Grand Luciferian Theophany" bekommt schließlich das halbe anwesende Publikum einen feuchten Orgasmus. Sie kommen auf die Bühne, spielen ihr Zeug, lassen die Haare kreisen und sind wieder weg. Und so routiniert wie zu erwarten zocken sie auch ihr typisches ARCHGOAT-Set runter. Nur selten können drei Herren allein eine große Festivalbühne so gut füllen, der Sound ist super wie fast durchweg dieses Jahr, also alles wie gehabt. Gut so! Nach rund fünfzig Minuten bin ich sichtlich begeistert, und wünsche mir, noch weitere fünfzig Minuten davon anhören zu können. Schlussendlich konnte ich noch die limitierte Tape-Box mit den Alben "Angelcunt (Tales of Desecration)", "Whore of Bethlehem",  "The Light-Devouring Darkness",    "The Aeon of the Angelslaying Darkness" und  "The Apocalyptic Triumphator" abstauben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach all dem Lärm und der Aggression, die es am heutigen Tag gab, haben wir uns entschieden WINTERFYLLETH nicht mehr zu sehen und begaben uns auf die Heimreise, denn der Weg zum heimischen Bett erfordert noch einige Stunden Fahrt. Überhaupt erwies sich Publikum auf dem DE MORTEM ET DIABOLUM 2016 als angenehm und so  gestaltete sich das Festival als abwechslungsreich. Wenn auch nicht alles, was geboten wurde, Gold war, so ist es gelungen, Black Metal in seinen vielen verschiedenen Facetten zu präsentieren. Die Gesamtveranstaltung ist letztlich sehr interessant ausgefallen, wenn gleich der zweite Abend im Schnitt musikalisch hochwertiger und besser besetzt war. Wir dürfen also gespannt sein, was eine mögliche 2017er Auflage bringen mag.

 

Für die richtig faueln unter Euch, gibt es hier die kompletten Photos als bequemen Download!

 

Bericht & Photos Varar Wallheim