Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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03.09.2016 NECROTIC FLAMES OF WAR IV

 

 

 

 

 

Beitrag I: Zum ersten Mal fand in diesem Ort ein Black Metal-Konzert statt.  Die Rede ist von Löberschütz bei Jena. Ein kleiner bescheidener Ort, zwischen ein paar Bergen mitten im Grünen.  Auch wenn es unmittelbar in der Nähe meiner Heimat liegt, muss ich sagen, dass ich hier noch nie gewesen bzw. durchgefahren bin. Gegen 18:30 Uhr machte man sich auf den Weg und traf gegen 19.00 Uhr im Ort ein. Leider hielt ich mich eine Viertelstunde auf um einen Parkplatz zu suchen. Der örtliche Parkplatz stand leider schon voll. Wie ich aber schnell mitbekam, ging es nicht nur mir so. Bei einer Zigarette hab ich mir das Gebäude erst mal von außen angeschaut.  In einer gewissen Form erinnerte mich dies an das From Hell in Erfurt. Dies bestätigte sich dann auch nach Betreten des Gebäudes. Dazu aber später mehr.  Ein paar bekannte Gesichter traf man auch gleich noch vor dem Einlass. Bisher war die Anzahl der Leute noch recht überschaubar. Konnte man sich aber auch denken wenn das Torn Your Ties Festival am gleichen Abend stattfand. Da ich auch eigentlich dahin wollte, aber keine Karte mehr bekam, blieb mir trotzdem die Möglichkeit das NECROTIC FLAMES OF WAR zu besuchen.  Muss auch gleich erwähnen, dass man hier in keinster weiße enttäuscht wurde.

 

Nun gut, rein ging es in die gute Stube. 15.00 Euro Abendkasse waren völlig in Ordnung.  Ich hätte nicht gedacht, dass der Konzertsaal so groß ist. Meines Erachtens nach auch ein wenig größer als das FROM HELL in Erfurt-Bindersleben.  In der hinteren Ecke befand sich auch eine kleine Bar und nebenan auch der Merchandise-Stand.  Auch im Saal sah man gleich bekannte Gesichter. So wurden, bevor DRENGSKAPUR anfing, ein paar Worte mit dem Veranstalter gewechselt. Sehr angenehm. DRENGSKAPUR fingen zwar ein paar Minuten später an, aber das war jedem völlig egal gewesen, denn auf die Zeit hat an dem Abend niemand geachtet. Was mir sofort auffiel: der Sound war verdammt gut. Damit hätte ich nicht gerechnet, muss ich sagen. So langsam füllte sich auch der Saal und DRENGSKAPUR spielten einen guten Mix aus den neueren Songs. Ein guter Einstieg für den Abend der hungrig auf mehr machte. Leider machte meine Kamera an dem Abend nicht mit, daher gibt es keine Bilder.

 

Langsam machten sich auch VIVUS HUMARE bereit zum Auftritt. Mit Corpsepaint beschmiert ging es auch nach ein paar Minuten mit den Thüringern los. Nach und nach wurden die Titel immer besser und atmosphärischer. Wer es noch nicht weiß: ein Teil der Band spielt  auch bei MOSAIC, die dürften inzwischen schon für jeden ein Begriff sein. Mit dem Debüt-Album "Einkehr" haben die Jungs ein sehr gutes Album abgeliefert, welches auch an diesem Abend bestens umgesetzt wurde.

 

Nach und nach machten sich auch KRATER für den nächsten Gig bereit. Auch hier kam die Leichenbemalung wieder zum Einsatz und verlieh dem ganzen einen aggressiven und radikalen Ausdruck.  Zu KRATER braucht man inzwischen auch nicht mehr viel sagen. In den ganzen Jahren haben sie sich ein Namen gemacht und das auch zu recht. Mit dem aktuellen Album "Urere" zeigt die Band was der deutsche Black Metal so zu bieten hat. Der Auftritt war sehr gut. Hier gab es Black Metal auf die Zwölf.  Auch der Saal füllte sich immer und immer mehr. Die Feuerschale die vor der Bühne stand war zwar klein und niedlich, verlieh dem Ganzen aber auch Stück Atmosphäre. Schnelle und auch ein paar langsamere Songs kommen trotz ihrer sehr aggressiven Grundstimmungen immer mit reichlich Details aus den Boxen und gefallen durch gelungene Gitarrenläufe, welche den ganz speziellen Charakter von KRATER ausmachen. Von jedem Album wurde etwas gespielt.  Echt gut gelungener Auftritt und das feierte das Publikum auch mit.

 

Zeit war es auch mal für neue Bekanntmachungen und so unterhielt man sich mit Bekannten und netten jungen Damen draußen weiter. Auch kamen hier immer mehr Einheimische aus dem Dorf dazu, die sich das unbedingt mal anschauen wollen. Mit den Leuten konnte man sich auch erstaunlich gut unterhalten und hat in den Gesprächen auch mitbekommen, das es denen sehr gefällt dass in dem Dorf auch endlich mal wieder was los ist. Derweil bereitete sich THE TRUE ENDLESS drin auf den abschließenden Gig für den Abend vor.

 

 

Nach ein paar Bierchen ertönten die ersten Klänge und man ging wieder in den Saal hinein.  Nanu, was ist denn jetzt passiert? Kaum sah man noch jemanden im Publikum.  Der Saal war sehr gelehrt und wenn ich mal so hochzählte standen gerade mal noch ca. 20 Mann vor der Bühne. Ich selber kannte zwar THE TRUE ENDLESS, aber hatte mich noch nie mit der Musik beschäftigt. Daher war ich sehr gespannt was einen dargeboten wird.  Auch hier wieder wie gewohnt mit Corpsepaint.  Live machte das Trio relativ wenig Eindruck und die Titel hielten sich sehr gleichförmig. Dennoch gab es auch gute Passagen mit ordentlichem Growl. Die war auch dringend notwendig. Das noch bestehende Publikum feierte die Band ordentlich ab und so ging auch der Auftritt zu Ende.

 

Der Abend war noch lange nicht vorbei und so unterhielt man sich noch mit den Einheimischen aus dem Dorf beim Bier an der Bar weiter. Im Großen und Ganzen war ich sehr beeindruckt und auch sehr überrascht was die Location betrifft. Dafür dass es das erste Konzert dort war, war es sehr gelungen. Es ist definitiv unterstützenswert und wird auch von mir in Zukunft sehr oft besucht werden. Großes Lob an den Veranstalter.

 

Bericht Kältetod

 

 

 

 

 

 

Beitrag II: Für die bereits 4. Veranstaltung dieser Konzertreihe lud Necro Genocide Records nunmehr nach Löberschütz ein, welches zukünftig zudem als fester Veranstaltungsort etabliert werden soll: Unterhalb des recht imposanten Alten Gleisberges (Ort einer steinzeitlichen Höhensiedlung) gelegen, ist Löberschütz ein Dorf welches einerseits mit der Nähe zum Hermsdorfer Kreuz und zu Jena gut erreichbar, sich andererseits aber zugleich idyllisch eingebettet in eine absolut provinzielle, attraktive Umgebung zeigt. Erstmal also gute Voraussetzungen, um dem ehemaligen Dorfwirtshaus einen Besuch abzustatten.

 

Zum ersten Zusammenkommen fanden sich - ohne Musiker und Orga- immerhin so geschätzte 30 Subjekte ein. Beim Betreten des Saales standen DRENGSKAPUR bereits auf der Bühne und gaben Ihr Liedgut zum Besten: Das Duo machte den gewohnt guten Eindruck, spielte in Kapuzen gehüllt unter 2 okkultistischen Bannern mit Runen, den Symbolen der 4 Naturelemente und dem allsehenden Auge. Für mich persönlich war es gefühlt ein kurzes Vergnügen - vielleicht weil ich doch mehr vom Auftritt verpasst hatte, vielleicht aber auch, weil DRENGSKAPUR mich in ihren Bann ziehen konnten.

 

Als nächstes folgten VIVUS HUMARE. Von Thema und Musik her gut an die Vorgruppe anknüpfend - und mit 4 Mann doppelt so stark besetzt - vermochten sie es nun der von DRENGSKAPUR in den Saal gebrachten Atmosphäre noch mehr Raum und Facettenreichtum zu geben: Der Gesang pendelte so etwa zwischen typischem Krächzen, eher klaren Passagen und den gelegentlich eingebrachten, sehr wirkungsvollen Schreien von Inkantator Koura. Während des Auftrittes wähnte ich mich des öfteren in den Glanzzeiten von DORNENREICH und NOCTE OBDUCTA. Romantik der dunklen Seite der Natur, passend eben auch, zum Umfeld des Konzertortes. Neugierige Dorfbewohner, denen der Veranstalter zwecks guter Nachbarschaft wohl mal freien Zutritt gewährte, hielt es jeweils nur für höchstens ein volles Lied - auch gut.

 

Mit dem Ende von VIVUS HUMARE wurde den Anwesenden nun ein noch größerer Schritt Richtung Dunkelheit aufbefohlen: Bei KRATERs Auftritt trat das dämonische Gesicht des Black Metal zum Vorschein und unabhängig des modernen Klangbildes schien sich bald ein hässlich modriger Hauch der 90er um mich zu legen. KRATER hatten mit ihren letzten Werken einen stilistischen Wandel vollzogen; weg vom typisch deutschen, hin zum satanisch-okkultistisch geprägten Black Metal, wie er hauptsächlich durch neuere BEHEMOTH und WATAIN in die Welt entlassen wurde. Die Lieder der Sachsen allerdings beweisen ihre eigene Klasse und davon konnte man sich auch in dieser Nacht fesseln lassen. Die Kritik einer Schreiberin von "Metal1.info" (worin von zu vielen entschleunigenden und so vitalitätsberaubenden Momenten die Rede ist), kann ich hier nicht nachvollziehen: So brachten für mich gerade diese Momente einen verdammt weiten und bedrohlich wirkenden Raum in die Kompositionen, in dem man sich vor etliche Wendungen gestellt sah. Kälte, Antisozialität, Perversion, Finsternis die in ihrer musikalischen Umsetzung ein innerseelisches Handlungs-Labyrinth zeichneten, durch welches man sich finden konnte, oder eben nicht. Für mich war dieser Auftritt der eigentliche - von den Vorbands gut hingearbeitete - Höhepunkt des Abends.

 

Den Abschluss des Abends aber sollten THE TRUE ENDLESS aus Italien machen: Schon seit 1997 im Geschäft, kam diese Gruppe bis dato nur mit ihrem Namen an mich heran und ich hatte kein handfestes Bild zu Ihnen im Kopf. Meine Aufmerksamkeit besaßen sie aus diesem Umstand so allemal. Nach einigen Minuten dachte ich mir jedoch, dass mein bisheriger Stand zur Band auch wohl gerechtfertigt war. Zumindest bei diesem Auftritt zeigten sich THE TRUE ENDLESS als eine der unzähligen Durchschnitts-BM-Gruppen, die man zwar gut hören kann, von denen aber nichts hängen bleibt. Einige weitgereistere Konzertbesucher waren offensichtlich schon vorab zu diesem Schluss gelangt, denn der Saal war bereits bei Beginn auffallend geleert. Letztlich blieb einem so meiner Meinung nach nur die (Gründungs-) Bassistin Soulfucker zur Einprägung, den die war tatsächlich ein ziemlicher Blickfang.

 

Es bleibt festzuhalten, dass das erste Konzert in Löberschütz gelungen und weitere Besuche wohl sicher sind; genauso wie eine nächtliche Besteigung des Alten Gleisberges, auf die diesmal situationsbedingt verzichtet wurde.

 

Bericht & Photo Allein