Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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15. - 16. Juni 2016 FUNKENFLUG 2016

 

 

Es ist Sonntag Nachmittag, man findet sich in seiner Wohnung wieder. Alles ist leise, ein leises Rauschen im Ohr bricht die Stille. Das Gespür zum Körper kommt erst langsam wieder. Man fühlt sich leer, allein und nicht vollständig. Was war passiert? Funkenflug! Es gibt Momente, die einem erst nach einer gewissen Zeit bewusst werden. Und dieses Wochenende mit diesem Festival in Abtenau gehört mit Sicherheit zu einem dieser Momente! Einmal im Jahr wird auf eine Alm im schönen Österreich, nahe Salzburg, geladen um die Sonnwendfeier mit Gleichgesinnten in den Bergen zu feiern. Schon auf der Facebook Seite weist der Veranstalter darauf hin, die Natur zu respektieren und sich dementsprechend zu verhalten. Man kann also davon ausgehen: dies wird kein 08/15 Festival! Aber von Anfang an.

 

 

 

 

 

Anreise war für die meisten Donnerstag, da der erste Tag schon gespickt war mit einem genialen Line-up. Schön versteckt und weitab der Zivilisation fand man dann mit Glück und/oder Hilfe der freundlichen Mitarbeiter des Festivals die Alm. Vorbei an Wäldern und Wiesen sowie vereinzelten Bauernhöfe gab es außer Vieh Sperren nichts. Nur Natur, fließendes Wasser und Berge. Der Weg folgt strikt bergauf und lässt den ein oder anderen Wagen keuchen und husten. Oben angekommen wird man auch gleich begrüßt von den Parkwächtern und eingewiesen nachdem man als erstes eine Mülltüte in die Hand gedrückt bekommt. Man soll den scheiß den man hoch gebracht hat nicht im Wald entsorgen sondern die dafür vorgesehenen Mülltüten benutzen. Gut so! Mir persönlich geht es enorm auf den Sack bei jedem Festival aufs Neue auf Leute zu treffen die angeblich die Natur lieben und respektieren um im selben Atemzug ihr Zelt anzuzünden und die leeren Bierdosen dem Bauern aufs Feld zu werfen.

 

 

 

 

 

Doch auf diesem Festival wurde darauf geachtet. Der Respekt zur Natur wurde oben so groß geschrieben, dass man selbst die Filter der Zigaretten nicht weg warf. Nachdem das Auto geparkt war, ging es auch gleich auf die Weide, um einen nicht ganz so hügeligen Platz zu bekommen fürs Zelt. Platz war zu genüge da. Man musste nur auf die Hinterlassenschaften der Kühe achten, die hier und da aufzufinden waren. Es ist nun mal ein Festival in der Natur und nicht in einer Stadt. Ich glaube es hat keinen gestört und jeder hat sein Plätzchen gefunden. Oben auf dem Zeltplatz hatte man einen wunderbaren Blick ins Gelände. Schräg links konnte man die Alm sehen, die als Bühne funktionierte. Etwas weiter links erblickte man den stolzen Holzhaufen, der mühevoll Tage zuvor fleißig gebaut wurde. Nachdem alles verstaut war und der obligatorische Rundumblick getan war ging es auch gleich Richtung Bühne. Eine schmale Straße führte zu einer kleinen Hütte die sich in einer Senke des Weges befand. Dort angekommen musste man seine Nummer sagen und bekam dafür ein Armband wie überall und, nicht wie überall, einen alten Schlüssel der an einem Stück Schnur befestigt war. Liebe zum Detail! War man hier fertig und die Identität passte, ging es bergauf Richtung Stage. Oben angekommen fühlte man sich wie in einer Parallel-Welt. Kleine Hütten aus Holz die im Nichts stehen. Ein schlammiger, schottiger Weg führt durch das kleine Almdorf.

 

 

 

 

 

Vorne angekommen konnte ich leider nur noch sehr kurz "COMMON EIDER, KING EIDER" sehen. Doch was ich da gesehen habe war der wohl beste "persönliche" Start für dieses Wochenende! Im Schneidersitz meditierend kommunizierten die Jungs aus Amerika mit der Natur und den Besuchern. Es Folgten ACHERONTAS die wie immer eine super Show ablieferten welche voll gespickt waren mit okkulten Zeichen und Gesten. Ein wahres Fest, wäre dem Mischer nur aufgefallen, dass etwas nicht stimmt.  Vielleicht lag es auch daran das ich vorne stand, aber von allen Liedern konnte ich nur 3 bis 4 erkennen. Der Rest war vorne nur als "Wirrwarr" wahr zu nehmen. Vielleicht war es hinten besser, was ich hoffe, da ACHERONTAS absolute Vollprofis sind und dieser Sound ihnen nicht gerecht wurde. Wie auch immer. Es folgte BELPHEGOR. Es erübrigt sich hier, viele Worte zu verlieren. Eine Band die mehr Auftritte im Jahr hat als Tage (so kommt es einem vor) weiß was sie tut. Und abgesehen vom Sound, der leider auch hier wieder nicht gestimmt hat, war es ein Meisterwerk. Die pure Vernichtung gepaart mit Raserei schmetterte dem Publikum ins Gesicht. Es war ein grandioser Tag und ein perfekter Start.

 

 

 

 

 

Am Freitag ging es dann gleich weiter mit Sum of R. Doch den vielen Gesprächen ist es zu verschulden, dass ich es erst zu KRINGA geschafft habe, nach vorn zu kommen. Die Österreicher haben mal wieder gezeigt was in ihnen steckt. Bei einer so jungen Besetzung kann man wirklich hoffen, dass es sie noch lange geben wird und sie die österreichische Szene am Leben halten. Der Sound war heute um einiges besser was bei KRINGA genial rüber kam. Black Metal vom Feinsten.

 

 

 

 

 

Direkt danach ging es sehr mystisch weiter. SHIBALBA vollzogen ihr Ritual auf der Alm und haben uns als Zuschauer daran teilhaben lassen. Man merkte, dass sie hier oben die Richtigen getroffen haben. Es wurde sehr ruhig unter den Zuschauern und jeder ging auf seine Reise! Natürlich gab es auch hier den ein oder anderen, der dem Gerstensaft verfallen war und SHIBALBA nicht ganz einordnen konnte, doch hat keiner dieser Menschen das Ritual durch Geschrei gestört. Es war eine Stimmung auf dem Berg die gigantisch war. Es war nicht nur eine Erfahrung für einen selbst, es war auch gigantisch zusehen zu dürfen. Es sind Klänge zum Vorschein gekommen, die nicht von dieser Erde sind. Nach SHIBALBA habe ich erst einmal eine Pause gebraucht. Also ging es in die kleine Alm um sich zu stärken. Draußen wurde im Akkord gegrillt und gekocht. Die Preise waren wirklich fair und das Bier lecker.

 

Es folgte dann Albez Duz aus Berlin welche ich leider nicht sehen konnte. SVARTIDAUDI aus Island waren für viele einer der Favoriten auf diesem Festival und das auch zu Recht. Die Isländer konnten in den vielen Jahren ihres Daseins viele überzeugen und blicken auf eine doch große Fangemeinde. Der Sound war hier recht gut und alle waren recht zufrieden. Dieses Festival hatte zwar nicht so die Menge an Bands doch die Bands die da waren, waren so intensiv das nach dieser Band bei mir Schluss war für heute. Auch wenn mir bewusst war, dass ich einen Bericht schreiben soll, konnte ich keine Infos, Bands etc. mehr aufnehmen und so zog ich mich ein wenig zurück um interessante Gespräche zu führen mit den Leuten auf der Alm. Überhaupt hätte man dieses Festival ohne Probleme auf 1 Woche ziehen können. Da oben hat man sich gesucht und gefunden könnte man sagen. Auf der Bühne ging es aber natürlich weiter mit Aluk Todolo und Vemond welche ich leider nicht mehr sah.

 

 

Der letzte Tag fing mit den "Alpen-Horn" Spielern an. Oben am Berg, auf der Weide neben dem Turm welcher am Abend angezündet wird, ertönten Blasinstrumente bis ins Tal runter. Die Einheimischen wurden ordentlich gefeiert und auch hier gab es die ein oder andere Zugabe. Doch unten auf der Bühne war man schon bereit loszulegen und so musste man dann oben aufhören um unten wieder dem Metal zu verfallen. Gesagt getan. Die Leute liefen bergab und sahen sich die Briten von A FOREST OF STARS an.  Etwas gewöhnungsbedürftig war ihr Auftreten schon. Alle waren schön angezogen, teilweise sogar mit Krawatte. Die Violinistin hatte ein langes Kleid an und der Sänger war in einem schwarzen Hemd eher normal angezogen im Vergleich zu den anderen. Die Musik war recht interessant, wenn auch nicht ganz meins, aber eins muss man diesen Briten lassen: Die Stimme der Frau war gigantisch und das empfanden viele Festivalbesucher genauso.

 

Nach den Briten ging es gleich weiter mit MOSAIC. Ja, es war alles etwas anders geplant aber aus irgend einem Grund wurde hier das Line-up umgeworfen und so kam nach MOSAIC der für mich wohl überraschendster Gig des Festivals. Es betraten die Briten von WINTERFYLLETH die Bühne. Normale Typen von nebenan die man nicht unbedingt dem Genre Black Metal zuordnen würde, bis man die ersten Klänge hört. Der absolute Wahnsinn, was die Jungs da oben präsentiert haben. Ich habe wirklich nicht oft so eine Band erleben dürfen, welche es voll und ganz versteht seine Zuhörer auf eine Reise zu schicken von der man vielleicht nie wieder zurückkommt. Es war gigantisch. Lange Riffs mit einer mystischen Melodie, die ummantelt wird von einem Maschinengewehr als Doublebass. Grandios! Ich persönlich kannte diese Band nicht, wurde aber live mehr als überzeugt! Nachdem sie noch ein Lied extra spielen durften, mussten sie leider die Bühne verlassen um für die Tschechen Platz zu machen.

 

Es war endlich soweit, CULT OF FIRE  kam. Die Bühne wurde komplett dekoriert und in Nebel der Räucherstäbchen und Räucherwerke eingehüllt. Es war vom Ambiente her schon magisch. Und dann betraten sie die Bühne, wie gewohnt komplett verhüllt in einer Robe die man gesehen haben muss. Ich kann Sie nicht beschreiben und werde auch nicht versuchen hier Wörter zu finden, denn es ist einfach unerklärbar. Dann ging es auch schon los. Die Tschechen wissen einfach was sie machen und haben vom alten wie auch vom neuen was zum Besten gegeben was das Publikum auch zu schätzen wusste. Es war genial. Oben auf der Wiese habe ich dann auch noch den Sänger von Winterfylleth getroffen und konnte ein paar Sätze mit ihm austauschen. Es wollten fast alle CULT OF FIRE sehen was auch irgendwie verständlich ist. Nach CULT OF FIRE wurde es etwas ruhig und ich konnte von oben erblicken, wie sich eine lange Schlange aus einzelnen Lichtern von der Bühne aus Richtung Holzstapel aufmachte.

 

 

 

 

 

Ohne viele Worte zu verlieren, wurde eine Gasse gebildet die mitten durch die Menschenmenge führte. Und da waren sie, fast alle Künstler der verschiedenen Bands haben sich diesen Moment nicht nehmen lassen und haben sich eine Fackel geben lassen um im großen Kreis das Feuer zu entzünden. Es war gigantisch, es war magisch, es war wunderschön. Oben bildeten sie einen Kreis um den Holzhaufen und hielten kurz inne. Die ersten kletterten den Stapel hinauf und steckten ihre Fackel in den Stapel um das Holz zu entzünden. Da es leider jeden Tag kurzeitig  wie aus Eimern goss war dies nicht ganz so einfach. Doch Geduld und der Wille des Kollektivs waren so stark das er brannte und Funken schlug, die gefühlte 300 Meter nach oben reichten. Alle standen da. Keiner hat etwas gesprochen, jeder ist in sich gegangen und hat sein eigenes persönliches Ritual im Inneren durchgeführt. Ein wirklich magischer Moment. Und dann erklangen auch schon die ersten Töne des Headliners IN THE WOODS. Der Begriff Headliner bedeutet eigentlich etwas Besonderes oder etwas Gutes für eine Band. Nun, ich kenne diese Band nicht und kann auch nicht sagen ob sie gut waren oder nicht, aber es ist schon traurig wenn man als letzter spielt und alle stehen oben am Feuer. Das hat mir ein wenig leid getan für die Band aber dessen waren die Jungs sich bestimmt bewusst und es bleibt nur zu hoffen, dass sie dafür Verständnis hatten/haben.

 

 

 

 

 

Und somit war der offizielle Teil auch schon vorbei und eines der, nein, das beste Festival, das ich jemals besuchen durfte, neigte sich dem Ende zu. Die Leute standen noch weit bis in den Morgengrauen am Feuer und haben Gespräche geführt. Ein Miteinander, welches man nur noch selten sieht.

 

Diesen Bericht zu schreiben fiel mir wirklich nicht leicht und ich habe lange nach Wörtern und Sätzen suchen müssen, damit wenigstens ein bisschen etwas davon rüberkommt, was man dort erleben durfte. Wenn ich mir den Text so ansehe und lese muss ich sagen dass ich selbst damit nicht zufrieden bin. Es sind nicht mal 5% die da rüberkommen. Man muss selbst oben gewesen sein um sagen zu können, was man da gefühlt hat. Und das ist der springende Punkt: Ein Festival welches so kraftvoll war und so viel Energie hatte überwältigt den ein oder anderen und es ist verdammt schwer, hier die passende Worte zu finden. Glücklicherweise stehe ich da nicht allein. Es gibt mehrere Schreiberlinge die sich ihre Blockade nach dem Festival nicht erklären können. Ich gehöre dazu! Ich hoffe dennoch euch einen kleinen Einblick ermöglicht zu haben und dass ihr vielleicht doch die ein oder andere Information daraus ziehen könnt. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht das letzte Mal war. Würde dieses Festival zu Ende gehen bzw. diese Tradition, würde etwas Großartiges fehlen auf dieser Erde! Auf dass es nächstes Jahr genauso kraftvoll, großartig und gigantisch wird.

 

Im Sturmglanz Forum könnt ihr eure Eindrücke zu diesem Festival schreiben und austauschen! Hier zum Beitrag!

 

Bericht & Photos © Gusion (Juni 2016)