Black Metal Termine

An dieser Stelle findet ihr aktuelle Termine zu einzelnen Black Metal Gigs. Alle Angaben haben keinen Anspruch auf  Richtig- und Vollständigkeit. Schickt eure Konzerttermine an folgende E-Mail Adresse: email@sturmglanz.de. Am besten gleich mit einem Flyer zur optischen Präsentation. Tip: Schaut auch in unser Forum für aktuelle Infos. [ zum Forum ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe planen wir für die kalten Wintermonate Anfang 2017. Neben einigen Rückblicken aus dem STURMGLANZ WEBZINE gibt es exklusive Ge- spräche und Ansichten von Musikern... [ hier weiter ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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Under Black Sun Festival 2014

 

Zum 17 mal fand nun das „meist gehasste Festival der Welt“ statt (warum eigentlich das meist gehasste?), als Fazit gleich vorab: es war genial. Es ist anders, ja. Die Menschen dort und die Atmosphäre sind anders, aber auf eine gute negative Art anders. Das UTBS ist einfach authentisch, und hat seine eigenes, unvergleichliches Flair, im Grunde genommen herrscht dort eine familiäre Ferienlagerstimmung. Das weitläufige Gelände ist ein ehemaliges Ferienlager, somit ist was die Infrastruktur anbetrifft, alles vorhanden und sogar weit mehr als das: kleine Ferienhäuschen, viele Gebäude um Backstagebereich, Catering usw. unterbringen, ein kleiner See zum Abkühlen bei den höllischen Temperaturen, ein Spielplatz und eine Kneipe mit Billardtischen. Außerdem ist man dort von Wald und Natur umgeben,  Black Metal im Wald, was will man mehr? Ich persönlich war gespannt, was sich so in den letzten Jahren getan hat, da es mir leider nicht möglich war, einige Zeit das Festival zu besuchen. Mittlerweile gib es auch eine zweite, kleine Bühne(die Campstage) an der das Programm bereits am Donnerstag los ging. Die winzig kleine Bühne ist umgeben von Holzhütten, in denen sonst wohl Tiere gehalten werden, dazwischen kleine Holzbänke und eine Lagerfeuerstätte. Das Campstage-Gelände ist mehr oder weniger eingezäunt, im hinteren Bereich befand sich die obligatorische Bier- und Cocktailbar.

 

 

 

 

 

Aufgrund unserer langen Anreise haben wir SHROUD OF SATAN verpasst, schade, die hätte ich gerne gesehen. Es ist nur sehr wenig über die Band bekannt, das Netz gibt nicht viel her, somit wäre ein Live Auftritt mit Sicherheit interessant gewesen. Somit ging für uns das Programm mit WARFECT los: die Schweden boten soliden Thrashmetal auf recht hohen Niveau an. Oldschoolig, leicht groovig, nicht schlecht aber auch nichts besonderes,  Sodom, Slayer, Kreator lassen hier deutlich grüßen.

 

 

 

 

 

 

 

WARFECT

MORIBUND OBLIVION waren als nächstes dran, die türkischen Band gibt es schon seit einigen Jahren, sie haben auch den Begriff „turkish Black Metal“ geprägt. Ohne Kriegsbemalung, dafür voller Tatendrang, wild und energiegeladen haben sie dem Publikum ordentlich eingeheizt - ganz ehrlich, die waren ziemlich „knorke“. Fanden auch die Besucher, die kräftig mitgegangen sind.  

 

 

 

 

 

 

MORIBUND OBLIVION

So wie es schien, wurden DEMONICAL bereits sehnsuchtsvoll erwartet, denn viele haben sich vor der kleinen Bühne versammelt, der Appetit auf „Mehr“ war den Leuten deutlich anzumerken nach dem guten Auftritt der Türken. Die Schweden legten mit ihren Old School Death Metal los und sobald bahnte sich das Unheil an, Teil 1: alle nach vorne, somit lag die erste Reihe schon fast auf der Bühne - da diese eben so niedrig war, war man mit einem Schritt oben, was ausführlich ausgekostet wurde. Immer wieder hüpfte einer drauf, um ein Stagediving/Crowdsurfing zu versuchen und das mehr oder weniger erfolgreich, die Leute hatten nicht so wirklich Bock, die betreffende Person weiter zu reichen, somit ging es immer wieder schief. Auch im eher hinteren Publikums Bereich entfaltete der Auftritt von DEMONICAL ihre Wirkung: ein Moshpit nach dem anderen, Armgeruder ohne Rücksicht auf Verluste, ich hab kräftig paar mal eine gewischt bekommen (unabsichtlich,davon gehe ich aus, ich glaube nicht, dass die Herren daran interessiert waren, einer Frau eine reinzuhauen). Richtig Klasse, das war gerade die vierte Band des Festivals, und die Leute gingen ab, als ob es keine Morgen gäbe.

 

 

 

 

 

 

 

DEMONICAL

Was sich bei DEMONICAL noch einigermaßen im Rahmen hielt, fand bei NUNSLAUGHTER ihre volle Entfaltung - die Meute drehte komplett durch. Das kompromisslose Geprügel und die brutale Mischung aus Death/Thrash schien allen sehr zu munden, NUNSLAUGHTER beschreiben ihre Musik selbst als „devil metal“ und da war wahrhaftig der Teufel drin. Somit nahm das Unheil (Teil 2) diesmal seinen vollen Lauf : ein Moshpit nach dem anderen, wie ein Tornado, in den fast alle hineingezogen wurden, egal ob man wollte oder nicht. Meine Wenigkeit wurde mit einer Wucht gegen den Bühnenpfeiler geschleudert, so dass es nur schepperte, zwischendurch wackelte die Campstage hin und her. Irgendwelche Leute saßen bzw. lagen schon fast auf der winzig kleinen Bühne, die Band hatte kaum noch Platz, der Rest tobte drauf los, immer wilder, immer heftiger - samt irren Stagediving/Crowdsurfing, dazu noch weitere Moshpits, die sich echt gewaschen haben. Hier erwiesen sich die kleinen Holzbänke und das kalte Lagerfeuer (ein Kreis aus Steinen) als gefährliche Stolperfallen und es kam was kommen müsste - eine wilder Knäuel von Menschen stolperte, fiel und riss mehre Leute gleich mit. Ein recht betäubter junger Mann, der da gemütlich auf dem Bänkchen vor der Bühne saß und eigentlich nur der Musik lauschen wollte, wurde mit umgerissen und wusste überhaupt nicht, was ihm geschah - hilflos wie ein Käfer auf den Rücken, Beine in der Luft – alles egal, denn NUNSLAUGHTER gaben echt Gas und das musste ausgekostet werden. Ich bekam so einige böse Blicke ab, konnte mir nämlich ein schallendes Gelächter nicht verkneifen, denn die Absurdität der Situation war kaum noch zu übertreffen, wenn mehre Leute am Boden liegen, aufstehen und wieder übereinander hin-fallen, absolutes Chaos - herrlich wild und extrem. Das einzige Negative am Auftritt von NUNSLAUGHTER,  das waren diese ewigen Ansagen zwischen den Songs, die auch noch von Band/Tape kamen. Frontmann Don verpasste auch ständig den Einsatz,  das war ziemlich cheesy und wirkte sehr aufgesetzt, unnötig für diese coole Band.

 

 

 

 

 

 

NUNSLAUGHTER

Nachdem wir am Gelände pünktlich um 15 Uhr angekommen sind, kam die böse Überraschung - wir wollten unbedingt THE COMMITTEE sehen, leider, leider haben wir erfahren müssen, dass die bereits gespielt haben. Der Auftritt wurde auf 14 Uhr verschoben. Wegen Fußball. LEUTE! Ich hab echt für vieles Verständnis, aber das... Wenn man auf einem gutem Festival ist, da sollte so etwas Banales wie Fußball eigentlich keine Rolle spielen, finde ich. Wer unbedingt doch gucken muss, wie paar Kerle einem Stück Leder nachrennen, der kann das doch ruhig tun, und muss sich einfach entscheiden: gute Musik oder das. Aber wenn einem die Entscheidung sozusagen abgenommen wird... Sehr ärgerlich. Wie mir berichtet wurde, haben nur wenige den Auftritt von THE COMMITTEE überhaupt gesehen, und das teilweise durch Zufall, das ist doch auch der Band gegenüber nicht fair. Sie sollen aber sehr gut gewesen sein, und auch die Atmosphäre war wohl sehr stimmig. Einige behaupten sogar, dass es die beste Band auf dem UTBS gewesen sein soll, was meinen Ärger verständlicherweise nicht mildern konnte.

 

 

 

 

 

 

Nach dem Ärger waren somit MORTE INCANDESCENTE die erste Band des zweiten Tages für uns und genau richtig um die „angestauten Aggressionen“ loszuwerden (nein, nicht gegenüber dem Veranstalter, der versuchte doch nur es den Leuten recht zu machen, und die Wünsche zu berücksichtigen). Hatte ich bis dato noch nicht live gesehen, die Herren kommen aus Portugal, somit war ich über ein bekanntes Gesicht an den Drums nicht verwundert: Nocturnus Horrendus von Corpus Christii tobte sich da gerade aus und unterstütze die Band nicht nur mit seinem wütendem Getrommel sonder auch mit schrillen Schreien. Der Frontmann Vulturius war zwar recht statisch, dafür legten sich die anderen um so mehr ins Zeug. Richtig schön roh und  rumpelig, die haben echt gefetzt.  Hat nicht nur uns sehr gefallen, die Campstage Area war gut gefüllt und die Mattenschwinger zahlreich und fleißig.

 

 

 

 

 

 

 

MORTE INCANDESCENTE

 

 

Für SO MUCH FOR NOTHING war der Auftritt auf dem UTBS der erste außerhalb von Norwegen. Sehr kvarfort-esque die Truppe um Erik Unsgaard (Sarkom), musikalisch düster-dunkel,  abwechslungsreich und komplex, mal aggressiver, mal ruhiger, genauso die Bühnenperformance: die obligatorische Whiskey Flasche in der Hand, an der bereits gut genippt wurde, ein wenig Gespucke hier und da, den anwesendem Publikum deutlich zu spüren geben, „ihr könnt mich alle mal“, Whiskey Dusche, Micro auf den Boden pfeffern, und eine „ich hab eigentlich überhaupt keinen Bock“ Attitüde. Nicht so heftig wie Herr Kvarfort aber sehr nett.

 

 

 

 

 

 

 

SO MUCH FOR NOTHING

Auf KULT aus Italien habe ich mich gefreut und wurde nicht enttäuscht, die Italiener spielen einen groovigen, melodischen Old School Black Metal und waren richtig, richtig große Klasse: rotzig und räudig, die ließen es heftig krachen. Dazu das wilde Stageacting von Tumulash, dem Frontmann: irre Blicke und Verrenkungen, verrückte Posen, Mikroständer durch die Gegend wirbeln usw. das volle Programm eben. Die Leute ließen sich nicht lange bitten, innerhalb von kürzester zeit waren alle in bester Stimmung und feierten mit, überall Haare in der Luft, gereckte Fäuste und „hey, hey“ Rufe. KULT lieferten einen der besten Gigs des Tages, was auch das reichlich vor der Bühne versammelte Publikum zu schätzen wusste.

 

 

 

 

 

 

 

KULT

Weiter ging es auf der großen Bühne, nämlich mit der „polnischen Party“ auf die ich schon ein wenig hin gefiebert habe. Sechs polnische Bands hintereinander, da könnte einfach nur gut werden. Die große Bühne befindet sich auf einem geräumigen Waldlichtung, umgeben von Bäumen und Natur, schön atmosphärisch. Da es langsam Abend wurde, erhellten die Strahlen der untergehenden Sonne zusätzlich zum Bühnenlicht die jungen Polen von NORTHERN PLAGUE, dazu noch reichlich Nebelschwaden, es sah schon mal sehr nett aus. Die Jungs waren musikalisch zwar nicht übel,  haben mich aber auch nicht vom Hocker gerissen, dazu mangelt es ihnen noch ein wenig an Eigenständigkeit und Charakter, um mehr aus der Masse mehr herauszustehen. Anzusiedeln sind sie im Black/Death Metal Bereich Richtung Behemoth, das alles kling aber noch zu sehr nach schon 1000 mal gehört, es fehlt am eigenem Still und Charakter.

 

 

 

 

 

 

NORTHERN PLAGUE

Aufgrund der untergehenden Sonne hatten THAW somit die perfekte Kulisse für ihre Mischung aus Black Metal, Sluge, Drone und Noise. Aus der Schmiede um Furia, Morowe, FDS, war der Auftritt ungefähr das was ich mir darunter vorgestellt habe - innovativ, eigenständig, anders. Die Polen mögen es eh sehr, ihr eigenes Ding durchzuziehen, ihrer Musik einen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken. Alle in schwarze Hoodies gehüllt (ähnlich wie Morowe), von reichlich Nebelschwaden unterstützt, dazu die warmen Sonnenstrahlen und das rote Bühnenlicht- das alles zusammen hatte echt was, nämlich eine fette Atmosphäre. Dazu der Sound, die dröhnenden, extrem verzehrten Gitarren und das wirklich interessante Stageacting- den Auftritt beendeten THAW  kniend, schon fast auf der Bühne liegend, während sie immer noch an den Seiten/Knöpfen zogen und drehten. Ich bin zwar definitiv mehr ein Freud der harten, schnellen Klänge, THAW boten aber einen sehr annehmen Kontrast zu den anderen Bands.

 

 

 

 

 

 

 

THAW

Da der Hunger uns plagte, war es an der Zeit mal das Angebot zu erkunden. Neben den sehr humanen Getränkepreisen (2,50 für ein Bier) hat das UTBS auch ein gutes Angebot was das Essen anbetrifft, auch für Vegetarier und Veganer. Es gab alles Mögliche, die obligatorischen Steaks und Bratwürste, leckere Pommes, ungarische Lángos und vegetarischen Gemüseklops, auch hier alles frisch und günstig. Beim Schlemmen ging uns leider das Zeitgefühl komplett verloren, somit verpassten wir zu unserem großen Ärger DEUS MORTEM.

 

Zum Glück waren wir bei VOIDHANGER wieder pünktlich vor der Bühne. VOIDHANGER gibt es noch nicht sehr lange, an Erfahrung mangelt es ihnen jedoch keines Falls, sind alle Mitglieder bereits bei Bands tätig gewesen wie MasseMord, Iperyt und Infernal War. Die Namen sprechen schon für sich, somit gab es so richtig gut auf die Fresse, totale Zerstörung. Tief im Thrash Metal verwurzelt aber mit einer frischen Energie beladen hauten die Polen so richtig kräftig auf den Putz, was von den Leuten dankbar angenommen wurde - es war kaum möglich fotografisch das Ganze festzuhalten, die Meute ging zum Teil heftigst ab und mir stecke der Vorabend noch in den Knochen.

 

 

 

 

 

 

 

VOIDHANGER

Als nächstes war einer meiner persönlichen Höhepunkte dran: PLAGA. Von PLAGA habe ich so einiges erwartet,  ihr Erstling „Magia gwiezdnej entropii“(Magic Stellar Entropy) ist hervorragend, genauso wie die EP „Pozeracze Slonc“. Die Riffs, der Gesang, die abgefahrenen Gitarrensoli, musikalisch sind PLAGA auf jeden Fall eine Offenbarung. Leider war der Live Auftritt nicht so stimmig, teilweise ganz und gar nicht. Der Hauptgrund hierfür liegt wohl in den jüngsten Änderungen innerhalb der Bandbesetzung, da hat sich so einiges getan. Der Ehemalige Sänger Wojchech ist jetzt an den Drums, an den Gitarren Draconis(Actum Inferi) und Hellfire (Conqueror, Polen), am Bass auch einer von Actum Inferni. Als Vocalisten hat man sich „Angst“ von LEICHENGOTT geholt, der Herr macht optisch definitiv was her: groß, kahl rasierter Schädel,  muskelbepackt, ein edles Profil, charismatisch und dazu recht irre Bühnenperformance, zwischen den Songzeilen bewegten sich seine Lippen unentwegt, wie bei einem Besessenen. Los ging es mit „Traby zaglady“, gleich bei 2 Song wurde das Shirt vom Leib gerissen und die gut trainierte Brust präsentiert, besonders die jüngeren, angereisten Polen waren kaum noch zu bändigen und drehten ziemlich durch. Die Lyrics von PLAGA sind übrigens durch und durch satanisch, sollte da jemand etwas anderes vermuten, liegt er falsch. Für den nächsten Auftritt hoffe ich, dass PLAGA mehr miteinander harmonieren, da sie aber erst seit kurzem Livegigs in dieser Besetzung spielen, ist es ihnen nochmal zu verzeihen.

 

 

 

 

 

 

 

PLAGA

Ein würdiger Abschluss des polnischen Abends waren MGLA. Ich denke, hier erübrigt sich diese hervorragende Band vorzustellen. MGLA sind magisch, der eiskalte Sound , die immer verhüllten Gesichter, das alle zusammen erzeugt eine sehr intensive Atmosphäre. MGLA brauchen auch keine wilde Bühnenshow, oder Ansagen um absolut zu überzeugen und sie live immer auf einem sehr hohen Niveau, perfekt aufeinander abgestimmt.Von reichlich Nebelschwaden und guter Lichtshow begleitet gab es Stücke von „Groza“ und „With Hearts Towards None“ zu hören, den Abschluss machten MGLA mit „With Hearts... VII“, einer meiner absoluten Favoriten. Leider war hier und da die Soundqualität nicht optimal, was mich besonders bei dieser Band sehr gestört hat.

 

 

 

 

 

 

 

MGLA

Da der zweite Abend vorbei war, waren wir diesmal dran, ein wenig zu „eskalieren“ und zu feiern. Zuerst hieß es aber, erstmals heim, in die Ferienwohnung kommen. Unsere Fahrt verlief äußerst abenteuerlich, wir haben wohl den UTBS Shuttlebus erwischt, und der Fahrer, dieser Typ (wo habt ihr den ausgraben?), der war einfach ziemlich irre und alles andere als nüchtern(aber ohne Alkohol). Nicht nur, dass er kein Plan hatte wo wir hin wollten, er war nicht im Stande die Adresse (die wir ihm so um die sieben mal mitgeteilt haben) in sein Navi einzugeben(wir sollten ihm dann den Weg erklären -  die aus Bayern und Österreich angereisten). Dann raste der Kerl mit ca. fast 100km durch die Ortschaft, bremste wie ein Berserker und vollführte halsbrecherische Wendemanöver. Ehrlich, wir haben schon mit unserem Leben abgeschlossen. Wenigsten legte er unsere Musik auf, somit wären wir mit guten Sound untergegangen.

 

Letztendlich kamen wir doch heil und ganz an, und feierten bis in die frühen Morgenstunden, das blieb nicht ohne Auswirkungen auf den letzten Tag. Ein wenig mitgenommen und ramponiert machten wir uns auf den Weg, leider mussten wir feststellen ,dass es in Bernau eine (!) Stunde dauern kann, ein Taxi zu bekommen. Somit kamen wir recht verspätet am Festivalgelände an, und verpassten somit NARBELETH und SILVA NIGRA.

 

So ging der Samstag für uns mit THE GREAT OLD ONES los. Die kleine Bühne wurde in goldenes Licht getaucht und mit Nebel vollgepumpt, dazu die warmen Sonnenstrahlen - die Bühne wirkte eine wenig wie ein Kamin, der Nebel sammelte sich drin und floss in dicken Schwaden nach oben. Das alles zusammen hatte echt was, es habe sich auch viele versammelt um dem Spektakel gebannt beizuwohnen. Wer die Band noch nicht kennt, die Franzosen spielen einen sehr atmosphärischen Post Black Metal, vielschichtig und komplex, die Lyrics drehen sich um H.P. Lovecraft's Cthulhu Mythos. Gute, intensive Bühnenperfomance, ich persönlich finde es nur immer sehr schade, wenn eine Black Metal Band so „brav“ aussieht, weit entfernt von jeglicher dunkler Ästhetik, aber das ist sicherlich eben eine Geschmackssache.

 

 

 

 

 

 

 

THE GREAT OLD ONES

Bei EREBUS ENTHRONED ging es wieder wilder und rumpeliger zu, obwohl die schmächtigen Gestalten ein wenig den Eindruck erweckten, dass ihnen paar zusätzliche Mahlzeiten gut tun würden. Vom Sound her zwar sehr nah am Waitan, aber ein solider, guter Auftritt,  der viel Anklang bei den Leuten fand, besonders die ersten Reihen waren sehr auf Tuchfühlung mit den Australiern.

 

 

 

 

 

 

 

EREBUS ENTHRONED

Weiter ging es auf der Mainstage mit DARKMOON WARRIOR. Ganz schön „abgefuckt“ die Jungs, aber auf eine coole Art. Samt Kriegsbemalung und Spikes, mit einem fetten Mikroständer ausgestattet, der aus Ziegenschädeln, Knochen und Stacheldraht bestand(und einem Flaschenhalter für eine Rotweinflasche). Gute, düstere Bühnenshow, bösartig und aggressiv, es hat ordentlich gescheppert und die Schreie von A. Krieg gingen einem durchs Mark und Bein. This is Black Metaaaaal... yeeeeahhhh!! So richtig oldschool, hat nicht nur uns sehr gut gefallen, die reichlich versammelte Horde war auch mit Leib und Seele dabei.

 

 

 

 

 

 

 

DARKMOON WARRIOR

COUNTESS aus den Niederlanden gibt ja es bereits seit den frühen 90, ich finde leider überhaupt keinen Zugang zu dieser Band. Diese Keyboards in fast jedem Song, zwar sehr melodisch aber viel zu seicht für meinen Geschmack, das alles hat mich überhaupt nicht „mitgenommen“. Dazu noch das Fehlen von jeglicher Bühnenshow, da passierte gar nichts.  Andere waren da ganz anderer Meinung und feierten den Auftritt enthusiastisch mit, kletterten auf die Boxen und schwangen ihre Fäuste.  Ich möchte nichts Schlechtes schreiben, COUNTESS ist einfach nicht mein Geschmack, ich fand es recht langweilig. „Countess is one of those bands which either you’ll love them or hate them“ - es gibt selten was dazwischen bei der Band, ich gehöre wohl eher zu der zweiten Sorte.

 

 

 

 

 

 

 

COUNTESS

Nach einer Stunde Verspätung waren die Norweger von ENDEZZMA endlich dran. Die habe ich bereits im Rahmen der Erotik Necrosis Tour live gesehen und hoffte, sie werden diesmal auch wieder gut sein. Wir wurden nicht enttäuscht, los ging es mit „ JUNKYARD OBLIVION” und “AGAINST THEM ALL” und Frontmann Morten gab wieder alles. Der Kerl tobte über die Bühne, seine Energie schien grenzenlos, wildeste Grimassen und Verrenkungen, sich von Bandkollegen mit Blut bespucken lassen, usw. Morten ist echt eine Rampensau, und ein wenig abgedreht und verrückt kommt immer gut an. Die Leute ließen sich nicht lange bitten und gingen heftig mit, es war wieder mal Zeit, sich selbst ein wenig in Sicherheit zu bringen. Denn, nachdem ENDEZZMA ihr Set gespielt haben, kam noch die im Vorfeld angekündigte Überraschung:  zu Ehren von Trondr Nefas der absolute letzte Live Auftritt mit verbleibenden Urgehal Leuten. Enzifer betrat die Bühne und als es mit „DØDSMARSJ TIL HELVETTE“ los ging, gab es kein Halten mehr, die Stimmung war auf dem Höhepunkt, dann noch GOATCRAFT TORMENT und natürlich SATANICK BLACK METAL IN HELL - einfach perfekt. Einer der stärksten Momente des Festivals am Samstag, und mit Sicherheit ein unvergesslicher für viele.

 

 

 

 

 

 

 

 

ENDEZZMA

Nach ENDEZZMA schien bei den Leuten die Luft ein wenig raus zu sein, somit haben sich die Reihen bei CORPUS CHRISTII, besonders am Anfang ziemlich gelichtet. Live wie gewohnt  richtig gut, energiegeladen, aggressiv und abgedreht, vor allem Nocturuns tobte wiedermal über die Bühne wie ein Wahnsinniger. Dramatik pur gemischt mit einer ordentlichen Portion von rasant schnellen Black Metal kam dann doch gut an, somit wurde es auch deutlich voller, auch wenn die Leute mittlerweile ein wenig lethargisch waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

CORPUS CHRISTII

Die drei Tage Festival (davon zwei bei über 30 Grad) steckten so langsam allen in den Knochen, es gab es viel Unmut wegen dem getauschten Slot zwischen BELPHEGOR und INQUSITION. Man kann von BELPHEGOR halten was man will, aber das sind Profis und technisch auf einem sehr hohen Niveau, Helmuth ist ein hervorragender Gitarrenspieler.  Das Bühnenbild gewohnt düster, mit Knochenaufbauten, einige davon wohl noch relativ „frisch“ und noch nicht so abgenagt, dementsprechend  mit einer recht „würzigen“ Note - der Verwesungsgeruch stand BELPHEGOR aber gut zu Gesicht. Natürlich durfte "Gasmask Terror" von neuem Album nicht fehlen, genauso wenig wie die üblichen Ansagen von Helmuth(von denen kann man auch halten, was man will - diesmal wenigstens keine „Titten raus“ Rufe).

 

 

 

 

 

 

 

BELPHEGOR

INQUSITION bildeten somit den Abschluss diesjährigen UTBS. Die sind Kult, und live immer außergewöhnlich gut, nur leider war diesmal der Sound so dermaßen grottig, dass es schon weh tat.  Ein kleine Entschädigung für mich war, durch den seitlichen Bühneneingang Incubus bei der Arbeit zu beobachten. Der Mann geht ab wie ein Tier, fantastisch, nach so vielen Jahren noch so viel Leidenschaft. Ich hatte den Eindruck, dass es ihm gefiel direkte Zuschauer zu haben (ich war nicht der einzige), denn er legte sich immer mehr ins Zeug, immer fester drauf, die Sticks in die Luft werfen und wirbeln, kurze Blick zu Seite(ist noch einer da?) und dann noch mehr, noch heftiger - sehr cool. INQUSITION sind einfach eine Instanz, eine hervorragende Band, was Dagon und Incubus zu zweit live abliefern, das schaffen so manche zu fünft nicht.  

 

 

 

 

 

 

 

INQUSITION

 

Als Fazit kann man nur folgendes sagen: das UTBS ist eines der besten Black Metal Festivals überhaupt(bzw. es ist das beste). Die Lage, die Atmosphäre, die wirklich gute, ausgewogene Mischung der Genres bei der Auswahl der Bands, die interessanten Menschen- das alles sucht einfach seinesgleichen. Die Besucher waren friedlich, freundlich und entspannt, keiner von uns hatte da irgendwelche negativen Erlebnisse gehabt oder mitbekommen. Summa summarum: es war super, nächtens Jahr unbedingt wieder, das einzige was zu bemängeln wäre, das war stellenweise der Sound, und für die Fotografen hier und da manchmal schwierige Lichtbedienungen.  

 

© All Rights Reserved Text/Fotos: Alex C. www.photophobia.eu

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