Black Metal Termine

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Sturmglanz Veröffentlichung

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24.10.2010 - Nokturnal Mortum & Heldentod in Zatec (CZ)

 

24.10.2010 Deutschland (Ostthüringen) 14:00 Uhr. Bei Sonnenschein und angenehmen 14 Grad fuhr ich mit meinem kleinen Sturmglanz Flitzer richtig Oberwiesenthal, um am Abend das Nokturnal Mortum Konzert in der tschechischen Stadt Zatec erleben zu dürfen.  Bereits kurz nach dem ehemaligen Grenzübergang wurden die Straße leerer die Wälder tiefer und die Dörfer kleiner. Nach ca. vier Stunden Fahrt erreichte ich Zatec.  Eine einfache Stadt am Rande des tschechischen Erzgebirges. Eingehüllt in vielen Industrie Schornsteinen und großen Fabrikhallen sah man die qualmende Stadt bereits von weitem. Mit meinem gebrochenen Englisch fragte ich mich nun durch, um zum Veranstaltungsort, Restaurant Lidový Dum, zu gelangen. Wunderbar, schnell in einer Seitenstraße mit Sichtkontakt zum Restaurant geparkt und los gings. Mittlerweile war es schon 18:30 Uhr. Vor dem Einlass versammelte sich eine Scharr an Menschen. Der Anteil von deutschen Fans war beachtlich hoch, demnach war die Hauptsprache deutsch! Als erstes spielten Slunovrat aus Ostrava. Das Interesse an den tschechen war ehr gering, dass lag aber sicherlich daran, dass die Jungs bereits am Vorabend als Vorband für Dark Fury spielten. Schlecht waren die Jungs wirklich nicht. Kraftvoller Black Metal mit verschiedenen Einschnitten in den Death Metal Bereich.

 

 

Zwischenzeitlich hatten sich eine Menge Merchstände im Foyer des Veranstaltungsgebäudes und direkt neben der Bühne positioniert.  Mein kleiner Bummel hatte sich gelohnt. Nach 30 Minuten war Slunovrat Gig zu Ende und der Umbau für Sezarbil begann.

 

 

Sezarbil aus Brno spielten sauberen, kraftvollen und  rohen Black Metal. Das Publikum ließ sich ohne Probleme anheizen und der erste gepflegte Pogotanz wurde eingeläutet. Nach weiteren 30 Minuten war der Gig vorbei und es kündigte sich Heldentod aus Ungarn an.

 

 

Der Sound des Abends war absolut makellos, zwischenzeitlich konnte man fast glauben die Musik käme von CD. Da die Umbaupause etwas länger dauerte, inspizierte ich kurz mein Auto und schlendernde gut gelaunt wieder zurück in die Halle. Heldentod war eine Macht. Aggressiv, Bösartig und gewaltig wurden die Songs der Ungarn präsentiert. In regelmäßigen kleinen Aussetzern des Sängers, in Form von wilden Headbanging, mit und zwischen den Gästen war es echt ein geiles Schauspiel.

 

Als nächstes spielten Mortifera aus Frankreich. Die Mannen waren zu diesem Zeitpunkt auf Europatournee und spielten ihr Finale in Zatec. Depressiver Black Metal ohne Regungen zu zeigen. Das Publikum erstarrte förmlich und alle Augen blickten still auf die Formation. Französische Texte -  düster und schwer - irgendwie schön anzuhören.

 

 

Dadurch das Totalselfhatred ihre Tournee mit Mortifera absagten, wurde uns der Ersatz Vesna präsentiert. Slawische Kostüme und Bühnendekoration zeichneten die Tschechen aus. Mit Gitarre, Schlagzeug, Bass und Violine wurde uns eine Meisterliche Pagan Sinfonie vorgestellt. Nach ca. 15 Minuten Spielzeit spielten die Jungs komplett im Dunkeln. Irgendwas schien die Lichtanlage lahm gelegt zu haben. Wotan sei Dank, die Instrumente funktionierten noch einwandfrei. Kurz vor Schluss war dann das Licht wieder ok und Vesna spielten sogar eine Zugabe A Capella. Ich ging ein letztes Mal zum Auto um nach dem Rechten zu sehen - war aber alles ok.

 

 

Nach gut 30 Minuten Umbaupause  ertönte das Horn der Headliner des Abends Nokturnal Mortum. Professionell und majestätisch enternden die Ukrainer die Bühne. Der Sound - umwerfend. Die Show war der Hammer. Jeder einzelne Ton, ob von Golos Stali oder Weltanschauung eine Hymne. Das Publikum flippte aus. Eine Mischung aus völliger Aufgabe und wilder Prügelei (die teilweise Blutig endeten). Der Saal war voll und die Massen waren begeistert.

 

 

Völlig im Rausch und benebelt mit zweit NM T-Shirts in der Hand und klirrender Kälte ging ich zum Auto. Ein bisschen Bammel hat ich schon, da die Straßen bis zu meinem gebuchten Hotel nach Oberwiesenthal durch tiefe Wälder führte und sich doch immer mal ein Hirsch oder Reh auf die Straße verirrte. Dazu sollte es aber nicht kommen...

 

War mein Auto tiefer gelegt? ...könnte ich mich doch daran erinnern. Nein, es waren 3 Platte Reifen. Was für ein Pech.... Ok, also total angesäuert  fragte ich mein Park Nachbarn ob sie Nummer der Polizei hätten. Natürlich nicht! Das Konzert war nun schließlich komplett vorbei und die Gäste wollten nach Hause fahren.

 

 

Bis auf die meisten deutschen Gäste - die hatten Platten, teilweise 2 Räder andere alle vier, völlig unterschiedlich. Absolut überfordert rotteten wir uns zusammen. Ein deutsches Pärchen hatte sich im Hotel "Schwarzer Adler" (wie passend) in der Innenstadt eingemietet. Dort kamen wir unter. 10 Personen heimlich in einem Hotelzimmer, immerhin besser als bei knapp über 0 Grad im Auto zu schlafen. Auf dem Fußboden, im Flur oder zu viert im Bett verbrachten wir die Nacht im 3*** Hotel.

 

 

Am nächsten Morgen trafen wir uns alle wieder um gemeinsam Hilfe zu organisieren. Eine Werkstatt ganz in der Nähe half uns relativ unkompliziert. Wir fuhren zu unseren Autos hin, machten die Werkstatteigenen Ersatzräder drauf (die natürlich schon vorbereitet waren - seltsam) und ab auf die Rampe um 4 neue Räder zu montieren. Obwohl  für alle, vor der Montage die Preise ausgerechnet wurden, wurde die Reparatur deutlich teurer.

Es stellte sich heraus, dass die Täter einen Akkubohrer verwendeten um in die Reifen zu bohren. Demnach war dieser "Anschlag" geplant. Warum die Werkstatt vorbereitet war und warum ein deutschsprachiger Tscheche uns seine Hilfe anbot, kann und konnten wir nicht beantworten. Fazit: Nach 27 Stunden rollte ich dann wieder in meine Heimatstadt ein. Ein geiles Konzert, Nokturnal Mortum live gesehen, nette Leute kennen gelernt, fünf platt gemachte deutsche Autos und eine ganze Stadt die alle plötzlich kein deutsch oder englisch sprechen konnten oder wollten. Hey, ist das nicht Raw Fucking Black Metal?  

 

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