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Reviews K - L- M - N - O

Mosaic - Old Man's Wyntar (Eisenton 2017)

Datum: 22 Jan 2017 Kategorie: klmno

 



Mosaic - Old Man's Wyntar (Eisenton 2017). Die Huldigung an den Winter geht auch 2017 in die nächste Runde. So hat der Meiser Inkantator Koura aus einer EP aus dem Jahre 2014, mit einer stolzen Spielzeit von über 44 Minuten, ein komplettes Album gezimmert. Nach eigenen Angaben werden die unterschiedlichen Einflüsse noch Intensiver. So spricht man jetzt neben dem herkömmlichen Black Metal auch von Einflüssen von Avantgarde, Neofolk, Ambien sowie von der „Neuen Deutsche Todeskunst“.

Bereits Live hat sich die Performance der Truppe in diese Stile bereits entwickelt. So werden die Live-Auftritte nicht mehr nur zwischen technischen Aufbauten und Instrumenten vollzogen, vielmehr begibt man sich in ein Naturrituelles Schauspiel. Ein großartiger Tonträger wird nun neu in Szene gesetzt. Daher haben sie sich die Herren für diese Neuvertonung kräftig Unterstützung geholt. Darunter das Neoclassic-Duo NACHTREICH, Scorpios Androctonus (CRIMSON MOON, Ex-MELECHESH), Erik Gärdefors (GRIFT), Leshiyas (VIVUS HUMARE), Barth (OUR SURIVIAL DEPENDS ON US) und nicht zu Letzt E.H. von WOLFHETAN. So erklären sich auch die unterschiedlichen Einflüsse und Linien innerhalb des Albums. Den Anfang macht eine lange und intensive Instrumentaleinleitung mit viel Gefühl und Einstimmung auf die noch kommende atmosphärische Dichte. Doch ich denke, es wäre dem nicht gerecht, hier auf jeden Titel separat einzugehen, da es sich hierbei um eine zusammenhängende Struktur und Aufbauten handelt. Eine durchgehende Reise in die Kälte, Melancholie, Wut und das eigene Ich mit seinen emotionalen Facetten. „Old Man's Wyntar“ schafft es mit einer schwebenden Atmosphäre, mit Flanger-Gitarren und Vocals so kalt wie die sprichwörtliche Winterromantik zu fesseln und zu beeindrucken. Wer auch immer die Musik von MOSAIC kreiert hat, muss vor Sehnsucht platzen, und überhaupt die Texte: ahnungsvoll tiefgründig sowie auf emotionale Einfühlung ausgerichtet. Und genau diese Stimmung transportiert den Geist von „Old Man's Wyntar“ zum Hörer. Dieser wiederum übernimmt dieses beklemmende Gefühl, kann es aber weder Beschreiben noch in Worte fassen. Ziemlich komplex also. So stellt auch mich das schreiben diese Reviews vor eine Herausforderung. Tatsächlich handelt es sich auf diesen Album um eine Art Zwischenspiel mit unheilvoll verfremdeter Sprechstimme und Neoklassischen-Anmutung. Der krasse Gegensatz dazu in Gestalt der anderen musikalischen Projekte von Inkantator Koura. Aber auch dies ergibt einen weiterführenden Rahmen der Spannungskurve und macht ebenfalls Sinn, da es mit träumerischem Rabengeschrei und beklemmenden Gesang einen weiteren Weg symbolisiert.

Es werden nicht alle dieses Album verstehen, man muss sich damit befassen, insbesondere wenn es um Rituale wie z.B. Samhain geht. Aber ich denke, dies ist auch so gewollt. Mosaic grenzen ihre Hörer immer weiter ein und wenden sich damit ein Stück weiter dem klassischen Black Metal ab. MOSAIC verdeutlichen mit ihrem mal zarten, mal aufbegehrenden Stil am Rand der Zeit (ohne bewusst heraufbeschworenen Zeitgeist), wie geil etwa eine musikalische Rückkehr zu alten Traditionen und Ritualen klingen könnte, sofern mach sich nicht gegen jegliche Stile anderer Einflüsse sperrt. Dieser Combo sollte eigentlich eine Zukunft gehören, also ladet nicht, sondern kauft das hübsche Digipack mit über 77 Minuten Spielzeit.




Tracklist:

Chapter I: ERWECKUNGE & WINTEREN


I. Incipit: Geherre (5.49)
II. Onset of Wyntar (12.49)
III. Im Winter (2.30)

Chapter II: ZOUBAR & TUNKALHEYT


IV. Snowscape (3.21)
V. White Gloom (11.24)
VI. Black Glimmer (8.56)

Chapter III: VRÖUDENHÜGE & ROUCHNAHT


VII. Silent World, Holy Awe (4.05)
VIII. Vom ersten Schnee (5.55)
IX. Silver Nights (22.24)

LineUp:
Old Man Wyntar - Alle Instrumente & Vocals
Boreas - Drums

Varar Wallheim

 


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Posted on 22 Jan 2017 by Varar Wallheim /Sturmglanz

 

 

 

 

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