Der Pestbote - Druckausgabe

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Hati/Alptraum/Grabschänder - Verschüttete Werke Part In (Narbentage Produktionen 2016)

Datum: 17 Apr 2017 Kategorie: fghij

 



Hati/Alptraum/Grabschänder - Verschüttete Werke Part In (Narbentage Produktionen 2016). Ein Gemeinschaftswerk der namhaften Untergrund-Gruppen HATI, ALPTRAUM und GRABSCHÄNDER aus dem vergangenen Jahr: Selten habe ich in letzter Zeit unüberlegter bestellt als bei diesem Tonträger hier, waren mir doch alle drei Formationen noch aus frühen Tagen in bester Erinnerung! ALPTRAUM von den Demos um 2005, HATI und GRABSCHÄNDER von der 2003er Split „Vereint im Glaube, vereint im Kampf”. Von allen dreien war seitdem nicht mehr viel zu vernehmen (GRABSCHÄNDER war seit 2015 wieder umtriebig ohne dass ich es mitbekam, wie so oft bei denen -.-). Ich war also überaus gespannt! Bringen sie es noch, oder werden die Erwartungen aus meinem 16. bzw. 18. Lebensjahr brutal zunichte gehen?

Den Einstand machen HATI und bieten 5 Lieder plus Einklang. Der Einklang startet, „Alles bereit” startet und alles ist wie früher: Ruppige, germanische Schlachtenklänge von Fanatikern! „Leichen” kommt dann im selben Stil, jedoch nun fast von irrer Euphorie getragen – die dort angesprochenen anfallenden toten Kadaver werden voller Verzückung mit sich hinfortgerissen... „Feuer, Blut und Tod” ist ein Midtempo-Stampfer mit den für die Horde klassischen, marschähnlichen Gitarrenriffs. „Horde wilder Biester” bietet Hochgeschwindigkeits-Black Metal welcher zum Mittel abermals durch langsameres Spiel aufgelockert wird, wohingegen „Aaarrr” über die gesamte Spielzeit mit gleicher Intensität über einen hinweg fegt und rumpelt.

Ich muss aber sagen: Zu Beginn, so nach dem 3 Lied, habe ich mich doch schwer getan, was ich nun hiervon halten soll. Warum? Alle hier gebotenen Lieder ähneln sich doch enorm. Von der Varianz her, haben HATI auf den zurückliegenden Veröffentlichungen deutlich mehr geboten. Ich habe einiges an Durchläufen gebraucht bis ich mir einig war, wie ich das vorliegende Tonmaterial bewerten sollte. Lange überwiegte Ermüdung beim Durchhören (alle Lieder wirkten halt doch wie nur ein einziges, dann überlang, und bald so, als ob HATI alles mal schnell aus dem Ärmel geschüttelt hätten). Später dann konnte ich doch noch von der kriegerisch-wahnsinnig anmutenden Ekstase der Lieder eingefangen werden und die eingetretene Enttäuschung ablegen. HATI sind weiterhin ein standfestes, germanisches, irrwitziges und vorallem anti-modernes Black Metal-Geschütz! Die Hoffnung besteht allerdings, dass sie in Zukunft wieder vermehrt vielseitiger werden.

ALPTRAUM steigen ebenfalls mit einem Intro („Einschlafen”) ein. Das ihm nachfolgende „Abschied vom Leben” ist wirklich gut gemacht, setzt unterschiedliche Akzente im Spiel und nimmt einen über die 9 Minuten wirklich sehr gut mit – gefällt mir! „Sehnsucht” bringt dann erstmal Kontrast und zieht sich durchgängig schwer und behäbig durch's Gehirn. Die langen Krächzlaute von Herrscher der Chaoswelt erwecken hierbei den Eindruck totaler mentaler Kälte und Abgekehrtheit. Das nächste Lied führt diesen Pfad fort, nur lethargischer, mit kränkerem, angewiderterem Gesang (teilweise wird hier nun Kirchengeläut eingespielt) und spricht für sich selbst: „Depression – endlose Leere”. Dem entgegen stehen die beiden folgenden Stücke (Zugaben vom 3. Demo): Nach eindringlichem Sturmtosen geht das Duo in „Am Sternenmeer” kraftvoll und gerade voran, um hernach in demselben wieder zu entschwinden. „Feuer – Sehe sie brennen”, als anscheinende Huldigung der Körperbeseitigung, tut es ihm spielerisch gleich. An das Ende stellt ALPTRAUM „Erwachen” - eine Wiederholung des Einklangs „Einschlafen”, was auf mich nun so wirkt, wie die Zurückholung aus einem Hypnosezustand.

Zur letzten Horde: Jene haben sich entschlossen hier nur ein Lied beizusteuern, namentlich „De mortis domini”. Und dieses beginnt mit Vogelgezwitscher. GRABSCHÄNDER? - ich war doch leicht irritiert! Aber GRABSCHÄNDER bleibt sich treu: Annähernd 12 Minuten dissonante Gitarrenläufe, dröhnendes Schlagwerk, unmenschliches, verfremdetes Fauchen. Zum Abschluss wieder Vögel, und Gewittergrollen.

Das war's! Bei HATI und ALPTRAUM kann ich mich bis jetzt partout nicht gänzlich zwischen 4 und 5 festlegen – würde aber eher noch eine schlechtere 5 geben... GRABSCHÄNDER dagegen bekommen von mir eine ganz solide 5!

Bleibt festzustellen: „Verschüttete Werke Part I” ist kein Muss (wie die 2003er Split von HATI, KATHARKH und GRABSCHÄNDER), aber doch als Bereicherung für den explizit deutschen Black Metal, sowie als guter Einstieg für Jugendliche zu sehen, welchen hierüber einmal mehr vorgezeigt werden kann, was hierzulande eigentlich dem Typus guten Untergrund-Black Metals entspricht. Ich warte nun gespannt auf die angekündigten neuen Werke von HATI und ALPTRAUM
(via Ewig Records) !




Titelliste:
01. Hati - Einklang 01:52
02. Hati - Alles bereit 03:23
03. Hati - Leichen 05:32
04. Hati - Feuer, Blut und Tod 02:37
05. Hati - Horde wilder Biester 04:15
06. Hati - Aaarrr 02:13
07. Alptraum - Einschlafen 00:57
08. Alptraum - Abschied vom Leben 08:59
09. Alptraum - Sehnsucht 09:29
10. Alptraum - Depression - endlose Leere 09:47
11. Alptraum - Am Sternenmeer (Bonus Demo 3) 05:09
12. Alptraum - Feuer - sehe sie brennen (Bonus Demo 3) 04:25
13. Alptraum - Erwachen 00:57
14. Grabschänder - De mortis domini 12:07

Gesamtspielzeit: 1:11:42

Besetzung:

HATI
Terror Narr (Gesang)
Pest (Gitarren)
Seigor (Bass)
Nordmann (Schlagzeug)


ALPTRAUM
Herrscher der Chaoswelt (Gesang, Gitarren)
Finsterwalde (Schlagzeug)


GRABSCHÄNDER
Raistlin (Gesang)
Seigor (Instrumente)

Allein

 


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Posted on 17 Apr 2017 by Varar Wallheim /Sturmglanz

 

 

 

 

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